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Hard In Here – mit Brutus, Persher und Show Me The Body

Posted in: Hard in Here

Brutus – Unison Life

Eine der zurzeit am meisten gefeierten Bands im Alternative Rock kommt nicht aus Seattle, New York oder L.A., sondern aus dem beschaulichen belgischen Städtchen Leuven: Brutus haben spätestens mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „Nest“ 2019 international für Aufsehen gesorgt, und der Nachfolger „Unison Life“ bestätigt, dass dem Trio gerade ungefähr niemand zwischen Shoegaze und Grunge das Wasser reichen kann.

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Tiefe, Dynamik, Energie, Liebe zum Detail: Es ist einfach alles da. Zwar sind alle drei Bandmitglieder absolute Gear- und Technik-Nerds, jedoch spürt man, dass diese zehn Songs nicht am Reißbrett entstanden sind, sondern maßgeblich von den Performance-Erfahrungen der letzten Jahre geprägt (unter anderem mit den Deftones, Cult Of Luna und Mono) sind – „Unison Life“ fängt genau die Magie ein, mit der die Band live noch so ziemlich alle in ihren Bann ziehen konnte. Getränkt in Reverb liegt ein traumhafter Schleier über dem gesamten Album, Drummerin Stefanie Mannaerts’ rauer Gesang verleiht den Songs derweil auch in den ruhigeren Momenten immer noch genügend Edge. Reicht das zum Sprung in die erste Rock-Liga? Ich würde es ihnen auf jeden Fall wünschen.

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Persher – Man With The Magic Soap

Die Mitglieder von Persher wird man im Metal-Kontext weniger kennen als im Techno: Die Produzenten Arthur Cayzer (Pariah) und Jamie Roberts (Blawan) haben sich in diesem Projekt zusammengetan, um ihre Liebe zu heavy Musik und Punk-Ethos auszuleben. Ihr Debütalbum „Man With The Magic Soap“ ist ein genresprengendes Werk mit starken Einflüssen aus Noise und Industrial, das Fans ihrer Thrill-Jockey-Labelkollegen The Body sicherlich wohlige Schauer über den Rücken laufen lässt. Mit einer Mischung aus elektronischen Elementen, EBM-Produktionstechniken sowie verzerrten und dekonstruierten organischen Klängen erschaffen Persher ein düster-verstörendes Universum, in dem es einiges zu entdecken gibt.

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Show Me The Body – Trouble The Water

Und noch so ein Release, das gar nicht mal so zwingend in eine Heavy-Music-Kolumne gehört: Show Me The Body sind bekannt für ihre Mischung aus Hardcore Punk, Hip-Hop, Noise, Sludge und Industrial. Entsprechend bunt ist die Liste ihrer musikalischen Weggefährt:innen: Princess Nokia steht da mit drauf, ebenso wie etwa Health, Moor Mother, Denzel Curry und King Krule. Fünf Jahre nach ihrem gefeierten Debütalbum „Body War“ zeigen sich die New Yorker mutiger, kompromissloser und angepisster als je zuvor. Es könnte ein Zeichen der Zeit sein. „Trouble The Water“ kommt mit einer Menge Attitude, Weltschmerz und natürlich Banjo daher, und wandelt seine Gestalt von Song zu Song. Damit könnte es glatt mein Lieblingsalbum des Trios werden. Lediglich, dass Show Me The Body sich abseits des Studios immer mehr als arrogante Edgelords entpuppen, ist ein Wermutstropfen. Aber vielleicht muss man das auch sein, um so Musik zu machen.

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The Lord + Petra Haden – Devotional

Ich möchte ehrlich sein: Eigentlich hatte ich seit Wochen geplant, das neue Collab-Album von The Lord (Greg Anderson) und Petra Haden hier zu besprechen. Anderson ist einer der Drone-Meister von Sunn O))) und von mir hoch geschätzter Musiker, Haden renommierte Sängerin und Violinistin. Die Begeisterung für „Devotional“ bleibt jedoch aus. Da kann der Gitarrist noch so gekonnt Klangflächen aufspannen: Hadens wortlose Vokalisierungen sind bereits im eröffnenden Titeltrack so enervierend, dass mir die Lust vergeht. Ob man jetzt außerdem noch zwei weiße Musiker:innen braucht, die sich an nahöstlichem Spiritualismus austoben? Weiß ich nich’. Hört selbst.

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Full Of Hell – Aurora Leaking From An Open Wound

Ursprünglich als exklusive Tour-7″ veröffentlicht, gibt es die neue Full-Of-Hell-EP „Aurora Leaking From An Open Wound“ nun endlich auch für all die armen Seelen online, die die Band zuletzt nicht live in den USA sehen konnten. Dabei handelt es sich um drei für Bandverhältnisse ziemlich zahme Midtempo-Death-Metal-Songs. Mir persönlich gefallen die Jungs ja besser, wenn Himmel und Hölle über ihren chaotischen Klangexperimenten zusammenbrechen, aber traditionellere Sounds um träge Grooves und kreischende Gitarren können sie schlicht auch sehr gut.

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Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.