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Hard In Here – mit Cancer Christ, Upon Stone und Flowering Shrubs

Posted in: Hard in Here

Cancer Christ – God Is Violence

I have seen the light! Nachdem Cancer Christ monatelang meine Social-Feeds infiltriert und sich zum ketzerischen Meme hochstilisiert haben, erschien nun endlich das erste Album der Hardcore-Punker. Ihre pseudo-religiöse Mission ist unmissverständlich: „to make all politicians, pedophiles, and police officers suffer slowly“ und „to create a safe space for fans and freaks of all genders, sexualities, races, etc“, wie sie selbst erklären.

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Sänger Saint Anthony und seine Snake People errichten ihre eigene Kirche aus Lärm, Wut und Schmutz und begraben die alten Götter unter Chaos, Feuer und Körperflüssigkeiten. Mit ihrem „Reptilian Power Violence“ sind sie die wohl beste Satireband der vergangenen Jahre und die hässliche Verkörperung blasphemischen Exzesses. Die 20 Anti-Hymnen (Spielzeit 26 Minuten) ihres Albums „God Is Violence“ enthalten solche Perlen wie „God Hates Cops“ and „Jesus Got A Big Ol’ Cock“ – und allein für solche Titel muss man Cancer Christ schon lieben. Was soll ich hier noch sagen? Kann man nicht erklären, muss man erleben.

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Upon Stone – Dead Mother Moon

Und noch ein Debütalbum: Drei Jahre nach ihrer ersten EP präsentieren uns Upon Stone ihren ersten Langspieler. Die Band aus dem kalifornischen San Fernando Valley verehrt jedoch nicht Unzucht und Zerstörung, sondern primär die schwedische Szene der Neunzigerjahre. Der Melodic Death Metal der Amerikaner ist stark beeinflusst von der Göteborger Schule, allen voran In Flames.

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Den Preis für das originellste Album des Jahres gewinnt „Dead Mother Moon“ mit seinem Nineties-Worship sicher nicht, und im direkten Vergleich mit den skandinavischen Melo-Death-Größen, die hier referenziert werden, kann man eigentlich nur verlieren. Wer nach frischem, angenehm rohen Material in dieser Tradition sucht, findet hier aber auf jeden Fall ein paar ordentliche Riffs und Melodiebögen, die Bock machen. Und wer weiß, vielleicht finden Upon Stone ja bis zum nächsten Album auch ihren ganz eigenen Sound.

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Flowering Shrubs – In The Sign Of End Times

Mangels großer Releases zum Jahresbeginn gibt es auch einmal wieder Obskures aus der Bandcamp-Bubble. Hinter Flowering Shrubs verbirgt sich ein Musiker namens Kazupathry, über den soweit Folgendes herauszufinden ist: Teenager, lebt in Tennessee, Gründer des DIY-Labels Lucid Haze, auf dem er seine endlosen Releases von Psychedelia und Noise über Folk und Indie-Pop bis Black Metal veröffentlicht.

Womit wir bei Thema wären: „In The Sign Of End Times“ ist ein Album, über das es sich zu sprechen lohnt, weil es einfach so far out there ist. Beschrieben als „journey of mental anguish and suffering“ handelt es sich hier um eine komplett improvisierte, emotional getriebene lo-fi (und ich meine LO-FI) Aufnahme, die sich aus zwei Teilen zusammensetzt. Side A besteht lediglich aus Vocals und abstraktem Gitarren-Geklampfe – Akustik-Black-Metal, sozusagen. Side B entpuppt sich anschließend als Albtraum aus Distortion und klanglicher Manipulation. Mit der Reise durch mentale Qualen wurde definitiv nicht zu viel versprochen. Ob ich das gut finde, weiß ich gerade selbst nur nicht. Nur, dass ich jetzt das Bedürfnis nach einer Therapiesitzung habe.

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In the Sign of End Times by Flowering Shrubs

Hier gehts zur Hard in Here Playlist:

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Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.