DIFFUS

Hard In Here – mit Wayfarer, Reverend Kristin Michael Hayter und Ragana

Posted in: Hard in Here

Der Oktober verabschiedet sich mit einem Knall: Ganze zehn – ich wiederhole: zehn! – erstklassige Releases versüßen uns den Spätherbst, die ich euch nicht vorenthalten will:

Category is: Doom in bloom

Ragana – Desolation’s Flower

Seit bereits zwölf Jahren gehört das US-Duo Ragana zu den lautesten queer-feministischen Stimmen der Metal-Szene. Ihr sechstes Album „Desolation’s Flower“ ist ein raues Blackened-Doom-Epos, das in der Grauzone zwischen Wut und Trauer sowie dem Persönlichen und dem Politischen lebt. Das ist Musik, die nicht nur gut, sondern wichtig ist.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Phantom Winter – Her Cold Materials

2018 gab es wohl kaum ein Album, das ich so oft gehört habe, wie Phantom Winters „Into Dark Science“. Fünf Jahre später gibt es nun endlich eine neue Ladung Winterdoom der Würzburger, und das Warten hat sich gelohnt. „Her Cold Materials“ (in Anlehnung an die Romanreihe „His Dark Materials“, in Deutschland als die „Der Goldene Kompass“-Trilogie bekannt) verströmt eine rabenschwarze Atmosphäre, die sich wie Melasse über alles legt, was gut und schön in der Welt ist ( = nicht viel). Clean Vocals und Spoken-Word-Samples setzen Kontrastpunkte, die alles andere nur noch düsterer erscheinen lassen. Perfekter Soundtrack für die Winterdepression.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Category is: Not your typical metal

Wayfarer – American Gothic

Das ist der Sound, um den American Dream zu Grabe zu tragen: Mit ihrem Western Black Metal schaffen sich Wayfarer aus Colorado seit über einem Jahrzehnt eine eigene Nische in der Szene, und „American Gothic“ könnte glatt zu ihrem Opus magnum avancieren. Die Band entführt uns in die einsamen, hoffnungslosen und brutalen Weiten des amerikanischen Westens, die die dunkle Seele der Nation geboren haben. Solch ein Bandkonzept kann schnell lächerlich oder langweilig werden, Wayfarer machen hier aber alles richtig.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Yellow Eyes – Master’s Murmur

2024 soll es nach fünfjähriger Wartezeit endlich ein neues Album von Yellow Eyes geben, vorher beschenkt uns die Band noch mit der experimentellen EP „Master’s Murmur“. Black Metal weicht hier über weite Strecken Neofolk- und Dungeon-Synth-Elementen, im Vordergrund stehen eine dichte, düstere Atmosphäre und intensive, oft verstörende Klangtexturen. Die Spannung darüber, wie das nächste Album klingen wird, steigt damit allemal.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Laster – Andermans Mijne

Die Niederlande sind seit einigen Jahren mit an der Spitze der modernen Black-Metal-Szene und kaum eine Band unseres Nachbarlandes dehnt, verbiegt und durchbricht die Genre-Grenzen so gekonnt und kompromisslos wie Laster. In ihren fast schon absurd wirkenden Avantgarde-Sound fließen gehörige Portionen Jazz und Art-Rock mit ein. Das kann auch auf Album Nummer vier, „Andermans Mijne“, mal ganz schön an den Nerven zehren, dennoch immer wieder beeindruckend zu sehen, was mit dem richtigen Maß an Mut, Offenheit und Wahnsinn so alles aus Extreme Metal rausgeholt werden kann.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Category is: Heavier als Metal

Reverend Kristin Michel Hayter – SAVED!

Kristin Hayter hat ihr Projekt Lingua Ignota zu Grabe getragen und veröffentlicht nun ihr erstes Album unter einem neuen Künstlerinnennamen. Nachdem sie ihre traumatischen Erlebnisse mit häuslicher Gewalt im Zeichen von Vergeltung und göttlichem Zorn verarbeitet hat, sucht sie nun an anderer Stelle nach Heilung: „SAVED!“ klingt nach Doomsday-Kult und religiösem Fanatismus, nach Offenbarung und Erlösung. Inspiriert vom charismatischen Christentum hat Hayter eine Mischung aus Gospel-Standards und eigenen Songs aufgenommen, deren Soundqualität bewusst verschlechtert wurde, um zu klingen, wie vergessene Aufnahmen aus dem mittleren 20. Jahrhundert. Absurderweise ist das nicht weniger verstörend als ihr oftmals gewaltsames Vorgängerwerk.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

GGGOLDDD – PTSD

Mit „This Shame Should Not Be Mine“ haben GGGOLDDD eines der definierenden Alben des Jahres 2022 veröffentlicht. Sängerin Milena Eva versucht darauf, ihre mehrere Jahre zurückliegende Vergewaltigung zu verarbeiten, die Band öffnete sich derweil vom Post-Rock immer mehr elektronischen Elementen. Mit „PTSD“ wird nun eine experimentelle EP nachgeschoben, die im Geiste dieses Albums von Milena Evas posttraumatischer Belastungsstörung handelt und sowohl neue als auch neu interpretierte alte Songs enthält.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Category is: Hauptsache ballert

Marthe – Further In Evil

„Further In Evil“ ist das Debütalbum des italienischen Ein-Frau-Projektes Marthe, das nicht old-schooliger klingen könnte. Crust-Punk à la Amebix meets Black Metal in der Tradition von Bathory, dazu noch eine gehörige Portion Heavy-Metal-Pathos – what‘s not to love? Ich zumindest fühle mich wie Xena, die Kriegerprinzessin, wenn ich das höre.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Lowest Creature – Witch Supreme

Vor ein paar Jahren noch wollte gefühlt jede zweite Hardcore-Band plötzlich Blackened Hardcore machen, aktuell ist der Crossover aus Hardcore und Thrash Metal das Nonplusultra – Power Trip sei Dank. Lowest Creature aus Schweden reiten diese Welle ganz vorne mit und veröffentlichen mit ihrem düsteren Zweitling „Witch Supreme“ eines dieser Alben, das Headbanger:innen und Mosher:innen in Glückseligkeit vereint. Dass dabei unter anderem schamlos bei Kvelertak geklaut wird („Under The Night Sky“) – geschenkt. Spaß macht es trotzdem.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

END – The Sin Of Human Frailty

Die Metalcore-Supergroup END hat ihr zweites Album aus sich herausgeprügelt. Auf „The Sin Of Human Frailty“ regieren Chaos und Brutalität. Dass das alles ungeheuer tight und treffsicher ist, überrascht bei dem Line-Up aus Mitgliedern von Counterparts, Fit For An Autopsy, Shai Hulud, Reign Supreme und The Acacia Strain natürlich überhaupt nicht. Zwar ist neben ein paar Industrial-Elementen wenig Überraschendes zu hören, doch wie hier Himmel und Hölle übereinander einbrechen, ist ein Meisterstück für sich.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Hier gehts zur Hard in Here Playlist:

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.

Das zweite DIFFUS Print-Magazin

jetzt bestellen

Große Titelstory: Brutalismus 3000. Außerdem: Interviews mit Paula Hartmann, Trettmann, Lena, Berq, Team Scheisse und vielen mehr.