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„Hi Lo“: Ro Bergman über Freiheit und Selbstakzeptanz

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„Hi Lo“ – Höhen und Tiefen: So beschreibt sich die neue EP des Österreichers Ro Bergman selbst am besten. Die erst kürzlich erschienene, zweite EP des Singer/Songwriters thematisiert die Suche nach sich selbst und wird begleitet von vielen Erkenntnissen über den eigenen Charakter und seinen Platz in der Welt.

Inspiriert von seinen zahlreichen Reisen sorgt der Sänger in den fünf Songs seines Werks für breitgefächerten Pop mit vielen melancholischen Momenten.

Die Nichtigkeit im großen Ganzen

So beschreibt „Animal“ in wirklich epischen Klängen das Gefühl der Andersartigkeit. Wie wenn man nach einer langen, aufreibenden Reise in den Alltag zurück kehrt und sich die eigene Perspektive auf das Leben leicht verschoben hat, sodass man die Ansichten der anderen nicht mehr ganz teilt, die eigentlichen Lebensmittelpunkte nicht mehr ganz so wichtig erscheinen und man mehr und mehr die eigene Unwichtigkeit im Kontext des großen Ganzen begreift.

Ro Bergman – Animal

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In einem beeindruckenden Musikvideo mitten in den Alpen wird der Urspung dieser Empfindungen dargestellt: Einmal die tiefe Verbundenheit mit der gewaltigen Natur gespürt zu haben. Zwei Tänzer vollführen einen atemberaubenden Kampf im dicken Schnee. Weit und breit nichts als unberührte Natur.

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Energiegeladen und Rastlos

Doch die EP kommt auch mit lauteren, aktiveren Momenten. So erinnert „Wake“ mit seinen eingängigen, imposanten Synths an den energiegeladenen Sound von Coldplay und sorgt mit der Bitte aufzuwachen für eine lebensbejahende Jetzt-oder-nie Stimmung. „Can you wake me up a little sooner/ it’s time for better days”

„Hi Lo“ erzeugt mit seinen wilden, elektronischen Klängen eine tiefe Rastlosigkeit, während „Yes Yeah“ das immer wieder aufgegriffene Bild bestätigt: Ich passe nicht unbedingt zu den anderen, aber das ist okay.

Die Freiheit zu sein, wer man ist

„It’s okay that you’re different – it’s okay that you’re not like anybody else – in fact it’s wonderful that you are who you are” schreibt der Sänger selbst zu seiner EP auf Instagram und bestätigt die Grundstimmung seiner Musik, die neben der vollkommenen Selbstakzeptanz auch noch etwas anderes schreit: Nämlich nicht auf etwas zu warten, dass niemals eintreffen wird, sondern einfach machen – denn das Leben ist ohnehin zu kurz und unbedeutend.

Damit erschafft Ro Bergman eine so ursprüngliche Erkenntnis von Freiheit, dass es geradzu banal erscheint, man als Hörer:in aber dennoch dankbar ist für die kurze Erinnerung daran, was wirklich zählt.

Ro Bergman – „Hi Lo“

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