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Soll es das jetzt gewesen sein?: Matula im Interview zu ihrem neuen Album „Schwere“

Posted in: FeaturesFokus

Die Punk-Rockband Matula veröffentlicht am 24. August ihr viertes Album „Schwere“ und zu diesem Anlass haben wir der Gruppe einige Fragen gestellt. Mit Sebastian und Stefan von Matula sprechen wir über die neue Platte „Schwere“, die Hintergründe von Texten und Sound sowie über die anstehende Tour.

Das neue Album „dreht sich hauptsächlich um diese desillusionierenden Momente im Leben, in denen man merkt, dass Dinge nicht richtig laufen. Die können im zwischenmenschlichen Bereich, oder auch in der Gesamtsituation lauern“, erklärt Bassist Stefan. Möglich, dass es auch am Alter liegt, dass Matula eine kritischen Blick auf Vergangenheit und Zukunft werfen. Auch verständlich ist, dass dann Fragen aufkommen. „Ist das jetzt alles? Kommt da noch was? Bleibt das jetzt so? Es geht um Richtungsänderungen, Weggabelungen und Klippen, die vielleicht schon erklommen sind, oder aber um welche, die da noch kommen können, kommen sollen, kommen müssen.“

Matula – Brachland Sonnenuntergang

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Änhlich klingen auch die Texte auf „Schwere“. Im Gegensatz zu ihren vorherigen Alben haben Matula viele Texte für das vierte Album gemeinsam geschrieben. „In einer Art Brainstorming bzw. Gruppentherapie haben wir zusammen überlegt, worum soll es eigentlich genau gehen in dem Text, wie können wir genau das stärker herausstellen, wie sagt man das dann am besten, am direktesten oder auch am indirektesten. Ich glaube, das hat uns allen Spaß gemacht und hat die Texte auch vorangebracht.“

Neben Liedern, die den Hörer auf die dunklen Seiten des Lebens aufmerksam machen, widmen sich Matula auf „Schwere“ auch den schwierigen Fragen. „Ich sehe es so, dass ganz Matula und auch die Freunde und Menschen um uns herum in einem (Achtung, extrem langweiliges Wort) Lebensabschnitt sind, der aussagen kann: Wir sind fertig. Wir haben uns das genauer angeschaut, auch als wir zusammen an den Texten gearbeitet haben, und wollten uns dem verweigern und Fragen stellen, die in die Richtung gehen: ‚Soll es das jetzt gewesen sein?‘. Wie tiefgründig das dann ist, muss jeder, der oder die es hört, selbst beurteilen, aber oberflächlich sind wir hoffentlich nicht geblieben“, erklärt Sebastian.

#VALUE!

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Das Album „Schwere“ zeichnet ein Bild im Kopf, wie man es auch auf dem Albumcover findet. Grau, vereinsamt, zurückgelassen und vergessen. Die vergeblichen Fluchten aus dem täglichen Trott, auf der Suche nach mehr. Und dabei geben Matula sich nicht altklug oder werfen mit saichten Lebensweisheiten um sich, sondern widmen sich einer kritischen Bestandsaufnahme, untermalt von einem Sound, der für die Band „definitiv der beste und passendste Matulasound aller Zeiten“ist. Weg von den Pop-Elementen, zurück zu ausdrucksstarken Gitarren und drängendem Gesang. In mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Manier sind Gitarrist Sebastian und Bassist Stefan in die Albumproduktion gestartet und „da in der Vorarbeit einfach mal viel gemacht und weniger gedacht, so dass es zehn simple, abwechslungsreiche Songs, mal mit mehr Punk, mal mehr Rock und mal mehr Pop geworden sind.“

Mit „Schwere“ haben Matula ein Album geschaffen, dass sowohl mit den Texten als auch musikalisch Klarheit und Nachdruck schafft. Die starken Melodien folgen einem geradlinigen Sound und tragen so die tiefgehenden Themen, mit denen sich die Band auseinandersetzt. Im Herbst gehen Matula mit ihren Musikerkollegen vom Label Zeitstrafe außerdem auf Tour. „Das wird ein Zeitstrafe-Familienfest, an dem wir schon lange herumplanen und auf das wir uns sehr freuen. Auch sind wir dann seit einiger langer Zeit mal wieder etwas länger unterwegs. Das wird großartig und es wird insbesondere auch bei Matula eine tolle Bühnenüberraschung geben.“

Kein Grund zum Feiern – 15 Jahre Zeitstrafe

Captain Planet, Matula, Deutsche Laichen
08.10. Berlin – Lido
09.10. München – Hansa 39
10.10. Wien (AT) – Arena
11.10. Wiesbaden – Schlachthof
12.10. Köln – Gebäude 9
13.10. Hamburg – Uebel & Gefährlich