DIFFUS

Nach Schnipo Schranke: Fritzi Ernst macht weiter und kündigt Album „Keine Termine“ an

Posted in: News
Tagged: Fritzi Ernst

Schnipo Schranke war für viele eine Kultband, doch jeder Kult muss einmal ruhen und das war für Schnipo Schranke 2019 der Fall. Es verbleiben ikonische Songs wie „Pisse“ oder „Cluburlaub“, lustige Auftritte oder einmalige Interviewaktionen in unseren Gedächtnissen. 

Albumankündigung für Juni 2021

Doch eine Trennung muss noch lange kein musikalisches Aus heißen, denn während Daniela Reis und Ente mit der neuen Formation Ducks On Drugs ihre Wege gehen, hat sich nun auch Friederike „Fritzi“ Ernst an ein Soloprojekt herangetraut. Unter ihrem eigenen Namen, was bei den gewohnt ehrlichen Texten ja eigentlich auf der Hand liegt, hat sie diesen Freitag den Song „Keine Termine“ veröffentlich und in diesem Zuge das gleichnamige Album für den 11. Juni angekündigt. Passenderweise sind auf „Keine Termine“ auch genau elf Songs zu finden, die bereits vielversprechende Titel besitzen. 

Auf dem Album-Opener „Keine Termine“ bleibt sich Fritzi treu und macht es ihrem Lieblingsgeschöpf, dem Faultier gleich, nämlich gar nichts. Wobei nicht ganz, denn im Musikvideo dazu sieht man die Musikerin vor einer weisen Leinwand ihr Hantel-Work-out nachgehend in der Umgebung eines Fitnessstudios. Aber nach vier Minuten Anstrengung scheint auch dieses einmalige Kapitel beendet zu sein.  

Fritzi Ernst – Keine Termine

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Vom Blockflötenstudium zur Klavierbau-Ausbildung, Fritzi hat viele für manche kuriose Lebensabschnitte durchlebet, doch mit „Keine Termine“ zeigt sie, dass sie eines nie verlernt hat: ehrliche Punchlines zu schreiben, die gedankliche Assoziationen hervorrufen. „Ich liebe die Routine / Jeden Tag keine Termine / Jede Sekunde ein Genuss / Wenn ich nichts machen muss / Alle treffen sich mit Leuten / ich geh‘ nur raus zum Therapeuten / die große Frage jedes Mal / Hab‘ ich überhaupt die Wahl / Oder bin ich einfach asozial“. 

Der Text wird musikalisch von einer tiefen Klaviermelodie begleitet, die im Chorus durch eine Klangfolge in schrillen hohen Tönen und Streicherklängen vervollständigt wird. Wie zu Schnipo Schranke Zeiten wurde mit Ted Gaier von Die Goldenen Zitronen aufgenommen und produziert. Erwähnenswert ist auch das Artwork von Danika Arndt, dass sich durch das ganze Projekt zieht und mit einer Notizbuch-Optik besticht. 

Am Ende lautet das friedliche Fazit der Künstlerin: Selbst wenn heute einmal nichts geschieht, wird sich die Erde weiter drehen, denn sie ist nur ein Planet. Der erste Solosong von Fritzi Ernst lädt zum Nichtstun ein und dieser Botschaft können wir nur zustimmen mit einem lauten: Ein Hoch auf die Prokrastination.