DIFFUS

Pashanim wird auf Indie-Gitarren zum „Bagchaser Can“

Posted in: News

Wenn Pashanim droppt, dann bekanntlich wie ein Sommergewitter: Unerwartet und heftig. So geschah das auch gestern. Per Story kündigte der Berliner Rapper noch für den selben Abend einen neuen Song an. Nun ist die von Kev Koko produzierte Single „Bagchaser Can“ wie versprochen da und wir können guten Gewissens sagen: Unser Lieblings-Indie-Act kommt wohl zukünftig aus Kreuzberg 61.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Im September letzten Jahres veröffentlichte Pashanim sein erstes längeres Tape „Himmel über Berlin“ und tat danach, was Pasha eben so macht: Abtauchen! Trotzdem zeigte sich auf diesen neun Songs, dass der einstige Newcomer nach dem Hype um „Shababs Botten“, „Airwaves“ und Co. stilistisch keineswegs stehengeblieben ist. Stattdessen probierte er sich hier auf Drum & Bass, Dancehall und sogar 80er New Wave-Sound aus – eine musikalische Reise, die nun mit „Bagchaser Can“ weitergeht. Als Leak kursiert der Song schon seit knapp einem halben Jahr, nun hat Pashanim seine Fans erhört und das Ding tatsächlich rausgehauen. 

Rap-Slang für Dummies

Aber eins nach dem anderen. Wer oder was ist denn nun überhaupt ein „Bagchaser Can“? Als „Bagchaser“ bezeichnet man im US-Slang eine:n, der oder die aufs Geld, also die „Bag“ aus ist. Dazu zählt sich anscheinend auch Pashanim aka Can, genau so wie Fußball-Star Ronaldo, der als Schnappschuss in kompletter Gucci-Montur das Cover ziert. Viel spannender ist allerdings die musikalische Richtung, die Pashanim mit „Bagchaser Can“ einschlägt.

Ticker-Melancholie

Der Beat kommt nämlich von Kev Koko, der ja sonst vor allem für elektronische Produktionen bekannt ist, den Rapper hier aber mit einem astreinen Indie-Beat versorgt. Melancholische Gitarren und sogar Live-Drums sorgen für einen Sound, der mehr nach Band als nach Kreuzberger Hype-Rapper klingt. Im Kontrast dazu stehen dann die hart gerappten Parts: „Das mein Bro, das mein Twin / Manchmal Krise, aber wallah, ist nicht schlimm“. Highlight ist die gesungene Hook, die zeigt, dass Pashanim zunehmend aus seiner bewährten Standard-Stimmlage ausbricht: „20 in den Jeans, 100 verkauft / Ich muss wieder zu mein’ Plug, ich muss wieder da raus“. Falls ihr also je die abwegige Frage im Kopf hattet, wie ein nachdenklicher Gitarren-Song über das Leben zwischen Rap-Star und Straßenticker klingen würde: „Bagchaser Can“ liefert die Antwort.

Das zweite DIFFUS Print-Magazin

jetzt bestellen

Große Titelstory: Brutalismus 3000. Außerdem: Interviews mit Paula Hartmann, Trettmann, Lena, Berq, Team Scheisse und vielen mehr.