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Paula Hartmann war noch „nie verliebt“

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„Auf der Suche nach der S-Bahn nachts um halb drei / Morgen früh um sechs Uhr aufsteh’n / Aber dann doch noch billig Wein / Um fünf dann im Bus Richtung abgefuckt sein“ – In ihrem neuen Song „Nie verliebt“ nimmt uns Sängerin „Paula Hartmann“ mit in eine durchzechte Partynacht durch den Großstadtjungle Berlin. Zwischen ein paar Küssen, Kippen und Wein ist sie dabei auf der Suche nach dem Gefühl der Verliebt-Seins.

Von der Kamera zum Mikrofon

Wer eine Vorliebe für deutsche Filme und Serien hat, dem ist Paula Hartmann sicherlich kein unbekanntes Gesicht: Bereits mit sechs Jahren stand die Künstlerin für ihre erste Fernsehfilmrolle in „Der Mustervater 2“ vor der Kamera und machte damit ihre ersten Schritte als Kinder- und Jugenddarstellerin. Heute ist Paula in einer Vielzahl an Film- und Fernsehrollen zu sehen, so auch in den Serien „Familie Dr. Kleinst“ und „Tierärztin Dr. Mertens“ und den Spielfilmen „Die Gräfin“ und „Der Nanny“.

Über die Zeit entdeckte Paula jedoch, dass das Schauspiel nicht ihre einzige Leidenschaft ist: „Unterbewusst war mir […] bei jedem besuchten Konzert klar, dass ich irgendwann mit meiner eigenen Musik auf einer Bühne stehen muss“, erklärt sie. Immer wieder sang sie ihren Freund:innen Songs vor und erhielt dafür großen Zuspruch und Unterstützung. So traute sich die Musikerin sehr bald, auch eigene Texte zu schreiben und Lieder zu komponieren. Sie verrät: „Obwohl ich mich zu Beginn dem Gedanken verweigert habe auch professionell Musik zu machen, bin ich froh, dass ich mich doch getraut habe und es fühlt sich nur richtig an“.

Paula Hartmann – Nie verliebt

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Zum Glück hat Paula sich doch getraut und den Schritt in Richtung professionelle Musik gewagt. Gemeinsam mit ihrem Produzenten „Biztram“ arbeitet sie bereits seit Herbst 2020 an ihrem Debüt-Album. Als ersten Vorgeschmack auf das, was uns darauf erwartet, veröffentlichte die Sängerin am vergangenen Freitag ihre erste Single „Nie verliebt“. Darin besingt Paula mit klaren, schnörkellosen Worten die bildhafte Geschichte einer Partynacht, wobei sie das Bild einer S-Bahn aufgreift: „Der Kopf lehnt am vеrdreckten Fenstеr einer Bahn“, singt sie im Refrain und bindet in ihren Strophen immer wieder Namen von Berliner Plätzen wie „Ku’damm Ecke“, „Westend und Hermannplatz“ ein, sodass ein bisschen das Gefühl entsteht, man selbst säße gerade mit ihr in der Bahn.

Verloren zwischen Küssen, Kippen und Wein

Auf ihrem nächtlichen Ausflug ist Paula dabei eigentlich nur auf der rastlosen Suche nach der Liebe. Irgendwas in ihrem Leben fehlt: „Verloren letzte Nacht zwischen lebendig sein und Leere“, singt sie in der zweiten Strophe. So zieht sie durch die Straßen Berlins, sucht irgendwie Halt in Küssen und Rausch, bis sie am Ende der Nacht wieder müde feststellen muss, dass immer noch alles beim Alten ist: „Der letzte Schluck vom Wein, die Kippe an der Bahn / Und der allerletzte Kuss, aber keine Angst / Ich war noch nie verliebt“.

Auch in dem Musikvideo zieht Paula rastlos durch die Nacht. Dabei sucht sie bei verschiedenen Menschen geradezu verzweifelt nach des Gefühl des Verliebt-Seins. Ob romantisch mit einem blonden Mädchen im hohen Gras oder angekuschelt an einen Motorradfahrer: Nie springt bei Paula der Funke über. Mit einem fast leeren Blick in die Ferne stellt sie immer wieder fest, dass sie sich anscheinend nicht verlieben kann. Umklammert wird die Geschichte des Musikvideos von einem Blumenstrauß mit rosa Rosen, der anfangs ganz unversehrt auf der Straße liegt und am Ende des Videos von mehreren Autos überfahren und regelrecht zerfleddert wird. Das Bild spielt dramatisch auf die innere Zerrissenheit der Sängerin an, die langsam ziemlich entkräftet von der Suche nach dem oder der Richtigen ist.

Musikalisch verpackt Paula ihren Text in einem minimalistischen Soundgerüst aus einem ruhigen Beat und monotonen Arpeggiator-Synthi-Sounds. Diese kombiniert sie mit ihrer ruhigen, melancholischen Stimme und erschafft damit ein fast spürbares Gefühl der Verlorenheit. Es bleibt nur zu hoffen, dass Paulas Suche nach der Liebe bald ein Ende hat. Solange freuen wir uns über weitere gefühlvolle Songs wie diesen.

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