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Plüschiger Indie-Pop aus Chemnitz: Power Plush zwischen Stärke und Softness

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Plüschiger Indie-Pop aus Chemnitz? Na, dann kann ja eigentlich nur eine Gruppe am Werk sein: Blond. Das stimmt in diesem Fall nur so halb, denn bei unserer aktuellen Neuentdeckung handelt es sich um Power Plush, dem ersten Signing von Beton Klunker Tonträger, dem Label der Band Blond.

Das Produkt einer Verkupplung

Doch erstmal ein bisschen was zur Vorgeschichte der Band, denn Power Plush wurden quasi „verkuppelt“. Wie es in einer Stadt wie Chemnitz meist so ist: Man kennt jemanden, der jemandem kennt, der wieder jemanden kennt. In diesem Fall ist es eine gemeinsame Freundin, der Anja (Bass, Gesang), Maria (Gitarre, Gesang) und Svenja (Gitarre, Gesang) unabhängig voneinander Anfang 2019 ihr Leid über fehlende Musiker:innen an ihrer Seite klangen.

Power Plush – Never

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Kurzerhand werden die drei miteinander vernetzt und treffen sich auf ein Radler. Die Chemie zwischen den jungen Frauen stimmt auf Anhieb und in gemeinsamen Jam-Sessions im WG-Zimmer wird nur noch getestet, ob auch man auch musikalisch auf derselben Welle surft. Dass dies absolut der Fall gewesen sein dürfte, verrät uns heute ein immer weiterwachsendes und sich stetig füllendes Spotify-Profil. Doch Power Plush ist kein Trio: Im Sommer 2020 werden die drei Frontfrauen, die sich bis heute die Position der „Frontsängerin“ teilen, von Nino, dem Drummer der Band, endlich komplettiert. 

Plüschiger, zuckersüßer Indie-Pop

Heute stehen Power Plush für – der Name sagt es schon – plüschigen Indie-Pop, der sich durch harmonische und verträumte E-Gitarren, ein verspieltes Songwriting und mehrstimmige Vocals auszeichnet. Trotzdem beweisen ihre bisherigen Veröffentlichungen (ohne Label) „Never“, „Homesick“, „Let’s Not Pretend“ sowie ihre brandneue Single „Smth Cool“ auch eine gestalterische Vielfältigkeit. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass sich Anja, Maria und Svenja nicht nur den Gesang teilen, sondern auch jede von ihnen eigenen Songs für die Band schreibt. 

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Die brandneue Single von Power Plush:

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Aber auch wenn sie dadurch eine sehr vielseitige Soundästhetik kreieren, gibt es doch eines, das über all der Musik von Power Plush schwebt: der schmale Grat zwischen Stärke und Softness. Da gibt es diese zuckersüßen Harmonien und herzerweichenden Hooks („Smth Cool“) die wiederum selbstermächtigenden Lines und einer toughen Attitude („Never“) gegenüberstehen – auf der anderen Seite aber trotzdem Hand in Hand gehen können. 

„I wanna do something cool“

Ihre etwas sanftere Seite zeigen die vier mit ihrer Single „Smth Cool“ (ausgesprochen: Something Cool), die sie nun offiziell als erstes Signing von Beton Klunker Tonträger, dem Label der Band Blond, veröffentlichen. Darin versuchen Power Plush die Probleme, Gefühle und Wünsche ihrer Generation widerzuspiegeln, welche auf ihre eigene Weise verloren zu sein scheint (Generation ‚Lost‘). Als einzige Konstante im Leben sehen die vier den Druck, es weit bringen zu müssen. Bei all dieser Ungewissheit und der Verwirrung ist für die Chemnitzer:innen jedoch klar: Sie wünschen sich, dass etwas cooles passiert – vor allem nach so einem langen Corona-„Jahr“. 

Wir glauben, dass Power Plush mit dieser Einstellung und ihrem unwiderstehlichen Indie-Pop Sound absolut die richtigen Voraussetzungen haben, um diesen Sommer noch ordentlich durchzustarten und spätestens im nächsten Festival-Jahr gehören die vier Chemnitzer:innen unserer Meinung nach in jedes gute Festival Line-up.

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