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„Paradais“ von Fernanda Melchor ist der Roman, der euch bei diesem Wetter den Rest gibt

Als wir diesen Podcast aufnahmen, waren es draußen 35 Grad – und deshalb gibt’s diesmal ein Buch, das fast zu perfekt zu diesen irren Temperaturen passt. „Paradais“ von der mexikanischen Autorin Fernanda Melchor. Der Roman erschien schon 2021 in Deutschland im Verlag Klaus Wagenbach – und zwar in der Übersetzung von Angelica Ammar. Die 1982 in Veracrus geborene Melchor zählt zu den wichtigsten literarischen Stimmen Lateinamerikas – was vor allem an ihrem Roman „Saison der Wirbelstürme“ liegt. In „Paradais“ bereitet uns Fernanda Melchor ein Giftbad in toxischer Männlichkeit. Das kommt nicht von ungefähr. Sie hat viele Jahre als Journalistin in Mexiko gearbeitet – was einer der gefährlichsten Jobs der Welt sein dürfte. Ihre Portraits und Reportagen befassten sich mit Femiziden, mit der Gewalt des Drogenkriegs und mit stetig wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Die Gewalt, deren Folgen sie dokumentierte, kam dabei – immer von Männern. In einem Interview mit dem Deutschlandfunkt sagte sie dazu: „In Mexiko werden immer noch sehr viele Frauen ermordet, einfach nur, weil sie Frauen sind! Und es gibt immer noch keine klare Antwort auf die Frage: Wie können wir das stoppen?! Gleichzeitig spüre ich natürlich bei diesem Thema eine innere Unruhe, die sich beim Schreiben entlädt.“ Diese innere Unruhe hat Fernanda Melchor in „Paradais“ in furchteinflößende Literatur verwandelt.

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