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Rap-Hits auf Albumlänge: Monet192 gehört zum „Champions Club“

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Nur wenige Künstler:innen aus der benachbarten Schweiz schaffen es, über ihre Landesgrenzen hinaus zum Exportschlager in Deutschland zu werden. Monet192 gehört zu dieser auserlesenen Riege. Der Rapper aus St. Gallen hat sich mit seinem Pop-Rap im Lauf der vergangenen Jahre einen Namen gemacht und schaut nun mit seinem zweiten Album „Champions Club“ auf die bisherigen Erfolge und Meilensteine zurück.

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Monet192 hat bisher mit „Medical Heartbreak“ ein Mixtape und zuletzt mit „Four Seasons“ im vergangenen Jahr sein Debütalbum veröffentlicht. Nun öffnen sich mit Album Nummer Zwei die Pforten des „Champions Club“ – Zeit, auf die bisherigen Erfolge zurückzuschauen und sich den prunkvollen Preisgürtel, der das Cover ziert, umzulegen. 

Vom Tellerwäscher in den Champions Club

Aber vor der Story von den Millionen kommt die vom Tellerwäscher. Auf dem Opener „Licht“ malt Monet, von Chipmunk-Soul begleitet, die Geschichte seines eigenen Werdegangs und dem seiner Familie. Realtalk, und genau so geht es auch auf dem folgenden Drill-Brecher „When I See Light“ mit Takt32 weiter: „Lauf ein paar Meil’n in meinen alten Schuh’n, weit weg von deinen Jordan 5ern / Bei mir war das ganze Jahr nur Winter / Kein Glück, sondern hartes Schicksal / Also wenn ich jetzt fette Ketten trag’, hast du mir nichts zu sagen, Wichser“. Der majestätische Beat steht beiden Protagonisten wie angegossen und fügt sich in das Bild des „Champions Club“ ein. Ähnlich triumphal fällt auch die Single zum Release aus, „Lauf auf Wasser“ mit Cro-Protegée Badchieff. 

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If you know, you know

An dem mächtigen Bläser-Beat zeigt sich aber auch schnell ein kleines Manko des Albums: Geschulte Rap-Fans hören hier nur allzu leicht deutliche Referenzen an US-Hits wie „Industry Baby“ von Lil Nas X oder „Hot“ von Young Thug heraus. Daran muss man sich nicht stören, trotzdem fällt es schwer, die Parallelen zu überhören, sobald man sie einmal im Ohr hat. Ähnlich verhält es sich mit den Dancehall-Beats von „Schwerelos“ mit Feature-Gast Yonii, zwischen denen immer mal wieder Drakes „One Dance“ heraus klingt“, oder dem EDM-Copy-and-Paste „Kippe im Wind“ 

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Das ist schade und soll an dieser Stelle auch kein böswilliger Hate sein, denn Monet192 versteht sich durchaus auf subtile Referenzen und würdige Hommagen. „Love“ erinnert an 50 Cent auf seinem kommerziellen Zenit, inklusive orientalisch-anmutender Samples. Auf „Gefährlich“ holt sich Monet Dardan an seine Seite und versucht sich mit Erfolg an leichtfüßigen Afrobeats, während „Bei Dir“ den klassischen House-Sound der 90er herauf beschwört. 

Vielleicht ist es das, was Monet192 und dieses Album am meisten auszeichnet, dass er all diese Facetten und Stilrichtungen bespielen kann. Auf „Champions Club“ ist der Rapper ein Chamäleon, dem man alle seine Rollen abnimmt, während er inhaltlich nur seine eigene verkörpert: Die von Karim Russo, einem Typen aus St. Gallen, der es an die Spitze geschafft hat und keine Anstalten macht, wieder herunter zu steigen.

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