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Schmyt präsentiert mit der EP „Gift“ ein Beziehungsdrama in zwei Akten

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Der Name Schmyt ist seit dem letzten Jahr in aller Munde, denn der Künstler hat es geschafft, binnen kürzester Zeit den Status als gehypter Newcomer verliehen zu bekommen. Ermöglicht hat ihm das eine düstere Soundkulisse von Bazzazian sowie seine gesungenen und gerappten Texte voller Melancholie und innerlicher Zerrissenheit samt bildlicher Metaphern und Analogien. Die ganze Aufmerksamkeit ebnete ihm auch den Weg in den Deutschrap, wo er mit offenen Armen empfangen wurde. 

Schmyt – Niemand 

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Nicht verwunderlich also, dass sein erstes Feature mit Szenegrößen Majan und Megaloh auf dem Song „Monoton“ war. Nur ein Monat später dann das zweite Feature „Taube“ mit Yassin für das Hörbuch „Taubenleben“ von Paulina Czienskowksi. 

Wir bleiben in genau diesem Kosmos, denn seit der Debütsingle setzt Schymt visuell auf die Fähigkeiten von Valentin Hansen. Mit seiner ganz eigenen Handschrift verpasst das Multitalent somit dem Newcomer eine ganz eigene optische Identität. Das Schmyt Universum liegt verborgen in der Dunkelheit und wer sich hineinwagt, den erwarten bizarre Bilder, gespenstische Leere, Tristesse und unheimliche Effekte. 

Schmyt feat. Rin – Gift

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Nach „Niemand“ und „Taximann“ werden wir nun auch in „Gift“ immer weiter in diesen Abgrund hineingezogen. Doch dass es selbst an den dunkelsten Orten Lichtquellen gibt, zeigt alleine schon der charakteristische Beat von Produzent Farhot. Die einstige Bedrücktheit wechselt nun in eine quirlige Stimmung, die Fröhlichkeit vortäuscht, sich jedoch ganz der Verdrängung und des Betäubens durch Substanzen verschrieben hat. Mit „Gift“ beginnt das erste Kapitel der gleichnamigen Debüt-EP und dafür hat sich Schmyt Verstärkung von keinem Geringeren als Division-Labelpartner Rin geholt. Viel Überzeugung war dabei wohl nicht nötig, denn Rin findet in seiner Instagramstory eindeutige Wörter über den Newcomer: „Meiner Meinung nach der beste, frischeste und interessanteste Künstler, den es gerade gibt“.

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Ein Beziehungsdrama in zwei Akten

Nachdem der Vorhang mit „Gift“ bereits gefallen ist, folgt nach der Beschwichtigung und Betäubung die Wut. In „Niemand“ wird die Gefühlswelt auf einer melancholischen Klaviermelodie vertieft und bekommt durch die sphärischen Beats neue Ebenen. All der Frust und die Verzweiflung werden deutlich, als aus einer Floskel eine Erzählweise in der dritten Person wird. Da hilft nur mehr die Resignation und die lässt in „Taximann“ nicht lange auf sich warten. 

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Szenenwechsel und der Vorhang öffnet sich erneut für den zweiten Akt. Mit „Poseidon“ führt Schmyt eine Inspiration fort, die schon mit dem Debütsong „Niemand“ begonnen hat, nämlich seiner Liebe zur Literatur und in diesem Falle zur griechischen Mythologie. Damals noch Odysseus und nun Poseidon. Doch trotz der Flucht bleibt die Thematik gleich, denn die Probleme ziehen mit, wie die Geister, die man rief und dann nicht mehr loswerden kann. Doch trotzdem, „Etwas Neues beginnt“ – in diesem Falle „Jenny“. Doch obgleich der oberflächlichen Freude klingt das neue Kapitel nicht weniger dunkel, erdrückend und trist. Schmyt bleibt den emotionalen Abgründen treu, selbst als es in der Schlussnummer „100€“ zu einer Versöhnung und dem erhofften Abschluss des Beziehungsdramas kommen soll. Die Einsicht ist von keiner langen Dauer, da das Mini-Album mit einem unerwarteten Crash endet. 

Die Debüt-EP „Gift“ ist also eine Reise in die Gedanken nach einem Beziehungsende mit einem unerwarteten Abschluss. Ob mit dem Unfall nun unter „Niemand“ ein finaler Schlussstrich gezogen wurde oder die Hauptfigur doch noch die Chance auf ein glückliches Ende hat, das weiß nur Schmyt selbst. Für uns bleibt nur die Reise des Newcomers gespannt zu verfolgen und die neuen Facetten auf der EP zu genießen. 

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