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Sprints schreien sich in „Letter To Self“ ihren Frust von der Seele

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Die Fans von Sprints mussten lange auf diesen Moment warten. Seit 2019 macht die vierköpfige Post-Punk-Band aus Dublin Musik, nun ist das lang ersehnte erste Album erschienen: „Letter To Self“. „Es zielt auf Dinge, die normalerweise negativ besetzt sind, wie Angst und Wut, und wandelt sie in etwas Positives um“, sagt die Band über ihr Album. „Das ist kathartisch, das ist ehrlich, raw.“

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Hört man „Letter To Self“, kann man sich gut vorstellen, dass sich bei Sprints einiges an Angst und Wut aufgestaut hatte. Viele Songs bauen sich nach und nach auf, wie langsam anschwellende Sorgen. Irgendwann bricht es dann zu rotzigem Gitarrensound aus Sängerin und Gitarristin Karla Chubb heraus. Vor allem im Chorus der Songs klammert sie sich oft an einzelne Zeilen, die sie mehrmals wiederholt. Das erinnert ein bisschen an ein Mantra – und unterstreicht zugleich die Hilflosigkeit, in der sich die Sängerin und Lead-Songwriterin in ihren Texten befindet.

Sprints singen über Frauenfeindlichkeit, ADHS und die katholische Kirche

Die Themen, über die Karla singt, bilden eine breite Palette ab. Sie reichen von Frauenfeindlichkeit in der Musikindustrie in „Adore Adore Adore“ bis zum sogenannten Imposter-Syndrom in „Up and Comer“. Oder von der Schuld der katholischen Kirche in „Cathedral“ bis zu Karlas ADHS-Diagnose in „A Wreck (A Mess)“. Die Verzweiflung der Sängerin wird auch in „Can’t Get Enogh Of It“ deutlich. „This is a living nightmare / And I am living so scared/ And I can’t sleep/ And I can’t breathe“, singt sie da.

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Heraussticht der Song „Shadow of a Doubt“, den Sprints wie „Heavy“, „Up and Comer“, „Adore Adore Adore“ und „Literary Mind“ bereits als Single herausgebracht hatten. Der Song beginnt minimalistisch und baut sich über zwei Minuten auf – bis Karla im Chorus schreit: „Would you stop the siren call / Can you help me stop the screams / I am calling out your name / Are you calling out for me.“

Der Tour-Abschluss in ihrer Heimatstadt Dublin ist bereits ausverkauft

In den vergangenen Jahren hatten die Sängerin, Gitarrist Colm O’Reilly, Schlagzeuger Jack Callan und Bassist Sam McCann mit “A Modern Job” (2022) und “Manifesto” (2021) bereits zwei EPs veröffentlicht. Mit ihrem Album „Letter To Self“ gehen Sprints nun ab Februar auf Tour. Auch in Hamburg, Berlin und München legen die vier Iren einen Stopp ein. Für das Konzert in Hamburg war der Andrang so groß, dass es am Tag des Album-Releases in eine größere Location verlegt wurde und mittlerweile, wie die Show in Berlin, restlos ausverkauft ist.

Als krönenden Abschluss ihrer Tour haben sich Sprints ihre Heimatstadt Dublin ausgesucht. Das Konzert dort war genau wie einige andere in Irland und Großbritannien bereits Wochen vor dem Album-Release ausverkauft. Es scheint, als würden sich die Fans gerne selbst davon überzeugen, dass Sprints zu den mitreißendsten Live-Rock-Bands gehört. Genügend Stoff für ein starkes Repertoire sollte es nun spätestens mit „Letter To Self“ auch geben.

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