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Trettmann thematisiert mit „Stolpersteine“ die Opfer der NS-Zeit und das gleichnamige Projekt Demnigs

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Trettmann wird in knapp drei Wochen sein neues Album veröffentlichen, das dürfte dank der beiden bis dato schon veröffentlichten Singles „Intro“ und „Du weißt“ schon weit über die Fanbase hinaus bekannt sein. Vergangenen Freitag erschien mit „Stolpersteine“ die nun dritte Single-Veröffentlichung aus der kommenden Platte, damit vermutlich auch der nachdenklichste und geschichtlich aufgeladenste Song des Albums. Als wäre die Erwartungshaltung an jemanden, der in der Vergangenheit mit Songs wie „Grauer Beton“ und „Geh ran“ schon komplette Festivalgelände zum Tränen verdrücken und kollektiv Gänsehaut erfahren gebracht hat, nicht groß genug, beweist Trettmann mit „Stolpersteine“ erneut, dass sein Songwriting-Feingefühl zwischen ewigen Touren und Festival-Gigs keineswegs abhanden gekommen ist. Wer den Song „Stoplersteine“ hört, wird zwangsläufig auch mit dem gleichnamigen Projekt des Künstlers Gunter Demnig auseinandergesetzt. Dieser verlegt seit 1992 zusammen mit seinem Team über 70.000 der sogenannten „Stolpersteine“ in ganz Europa, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und ihre Schicksale auch noch Jahre später sichtbar zu machen. Zu diesen zählen vertriebene und ermordeten Juden, Sinti, Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle und Opfer der Euthanasie. Die knapp 10×10 cm großen Messingplatten werden jeweils einer Person gewidmet und in der Nähe ihrer letzten frei gewählten Wohnorte in den Boden eingelassen. Auf die Messingplatten sind neben dem Namen und dem Geburtsjahr der Person, oft auch das Deportationsjahr und der Ort des Todes eingeprägt. Damit ist das „Stolpersteine“ Projekt das größte, dezentrale Mahnmal der Welt. Um das Hauptaugenmerk auch wirklich auf die Botschaft zu legen, zeigt das Musikvideo zum Song ein durchgehend schwarzes Bild. Diese bewusste Auslassung des visuellen Aspekts lenkt die Aufmerksamkeit der Zuhörer und Zuhörerinnen noch stärker auf die Bedeutung des Textes, als die Geschichte, die Trettmann erzählt, es sowieso schon verlangt.

Trettmann – Stolpersteine

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Trettmann auf Tour 2019 – präsentiert von DIFFUS

27.11. Hamburg, Docks 28.11. Münster, Skaters Palace 30.11. Offenbach, Stadthalle 01.12. Luxemburg, den Atelier (LUX) 02.12. Oberhausen, Turbinenhalle 04.12. Köln, Palladium 05.12. Erlangen, Heinrich-Lades-Halle 06.12. Erfurt, Thüringenhalle 08.12. Wien, Gasometer (AUT) 09.12. Linz, Posthof (AUT) 10.12. München, Tonhalle 12.12. Basel, Kaserne (CHE) 13.12. Zürich, X-TRA (CHE) 15.12. Stuttgart, LKA Longhorn 16.12 Dresden, Alter Schlachthof 17.12. Leipzig, Haus Auensee 18.12. Berlin, Colubiahalle

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