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Van Holzen im Interview: „Wir sind nicht die Band, die super hoffnungsvolle Texte schreibt“

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Kantiger Alternative Rock aus dem Schwabenland – passt das zusammen? Wer einmal die Musik von Van Holzen gehört hat, kann diese Frage eigentlich nur mit Ja beantworten. Aufgewachsen im provinziellen Ulm entschlossen sich Florian Kiesling und Jonas Schramm schon im zarten Alter von neun Jahren, gemeinsam Musik zu machen. Damals noch als „Rockfish“ machte man also erste Gehversuche, bis dann 2012 Drummer Daniel Kotitischke zur Formation hinzustieß. Parallel zu ihrem eigenen Heranwachsen, formte und festigte sich der Sound der Band, die schließlich 2015 zu einem neuen, erwachseneren Namen fand: Van Holzen.

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Schon damals hatte dieses Trio Potenzial. Das erkannte auch das Major-Label Warner Music und nahm die Alternative-Rock-Band unter Vertrag. Kurz darauf erschien mit einer Self-Titled-EP das erste Lebenszeichen von Van Holzen und 2017 schließlich das Debüt-Album „Anomalie“. Der verzerrte, energetische Sound dieser blutjungen Band schlug in der Szene voll ein – wer waren diese drei Grünschnäbel aus Baden-Württemberg und wer hatte ihnen erlaubt, so verdammt gut und erwachsen zu klingen?

2019 folgte das zweite Album „Regen“, auf dem Van Holzen ihren grummeligen Sound zwischen Post-Punk, Alternative- und Indie-Rock weiter festigten. Nach der Veröffentlichung von „Regen“ beendete die Band ihre Zusammenarbeit mit Warner Music und entschloss sich, in Zukunft völlig auf eigene Faust zu arbeiten. Gesagt, getan: In Form des „Studio Valachei“ bauten sich die Jungs einen eigenen Proberaum im heimischen Ulm und werkelten an neuen Songs. Die Pandemie kam und während sie sich zäh dahin zog, nahm langsam ein neues Projekt Gestalt an: „Aus der Ferne“, das kürzlich erschienene dritte Album von Van Holzen. 

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Van Holzen – Gras

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„Aus der Ferne“ ist eine skeptische Betrachtung des Zeitgeschehens und findet konkretere Worte, denn je, um dieses zu beschreiben: „Computer an / Ich will verstehen / Warum man hasst und wahre Fakten schnell verdreht / Ich schreib‘ alles neu / Bring das Netz zum Brenn’n / Deine Lügen sind die besten auf der Welt“, heißt es im Refrain zu „Computer“. Sänger Florian formuliert mit bedachten Worten Selbst- und Weltzweifel, begleitet von der gut geölten Van Holzen-Maschinerie. Für „Aus der Ferne“ erweitert die Band ihren musikalischen Horizont über die Grenzen des Alternative Rock hinaus. Dabei landen die Jungs in Gefilden, die noch düsterer ausfallen als die beiden Vorgänger-Alben.

Über den Weg zu diesem Soundbild, aber auch zur neuen, inhaltlichen Klarheit spricht Sänger Florian Kiesling mit uns im Studiointerview. Außerdem geht es um Konzert-Entzug in der Corona-Pandemie und Optimismus.

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