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Videopremiere: Alternativ-Pop über toxische Beziehungen mit SALÒ und Eli Preiss

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Das Wort toxisch hat sich in den letzten Jahren als Anglizismus in den deutschen Sprachgebrauch immer mehr eingebürgert und wird oft im Zusammenhang mit Beziehungen gesehen – egal ob freundschaftlicher oder romantischer Art. Es beschreibt „giftiges“, also fälschliches Verhalten in gemeinschaftlichen Konstrukten und genau das greifen nun die Künstler:innen Salò und Eli Preiss in ihrem Song „Heißes Blei“ auf. 

Post-Punker meets Deutschrapperin

Wie finden ein Post-Punker und eine Deutschrapperin in der heutigen Zeit in einer Stadt wie Wien zusammen? In diesem Falle sehr einfach erklärt durch den „Kopf bei Fuss“ Labelchef Apua, der über die Grenzen hinaus bekannt ist für seine legendären Elektropartys. Dort legt er unter anderem auch als DJ auf, aber neben all dem kennt man ihn auch als Produzenten. So produzierte er auch die heute erschienene Single „Heißes Blei“ und führte darauf Salò und Eli Preiss zusammen. 

Es ist ein alternativer Popsong mit starken Synthie-Vibes der für den gewissen Retrocharme sorgt. Aber auch die Effekte auf der Stimme tragen zu diesem Gesamtbild bei. Irgendwie klingt „Heißes Blei“ auch stark nach einer Fortsetzung von Salòs Song „Blaue Flecken“ von der letztjährigen EP „Tränen zu Wein“. Denn die Erkenntnis über die Wohltat von psychischen und physischen Schmerzen innerhalb einer Beziehung fand nicht das erhoffte Ende, sondern schlug in die Gegenrichtung ein und wurde zu einer Abhängigkeit. 

Mit einer großen Portion Brutalität finden die beiden dafür eine sehr bildhafte Sprache und setzen selbige Metaphorik auch im Musikvideo um. Was in „Heißes Blei“ mit dem Vergleich „Liebe ist Krieg“ auf die Spitze getrieben wird, endet im Clip mit sehr viel Kunstblut und dem berühmt-berüchtigten „Knife-Game“, also dem Spiel mit der Messerspitze die Fingerzwischenräume einer Hand zu erzielen. Für alle bei eben diesen Bildern eher ungern zusehen, soll an dieser Stelle ein kleiner Contenthinweis für das Video ausgesprochen werden. 

SALÒ feat. Eli Preiss – Heißes Blei

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„Heißes Blei“ ist also ein Liebeslied an eine toxische Beziehung, deren Liebe und Lust auf dem gegenseitigen Zufügen von Leid fußt. Featuregästin Eli Preiss zeigt dabei auch, dass noch immer die unvergleichliche Sängerin aus ihren Neo-R&B Anfängen in ihr steckt. Die gewünschte Bleivergiftung gilt es trotzdem unter dem Deckmantel der kreativen Freiheit zu sehen und sollte mehr der Persiflage zugeordnet werden als einem realen Wunsch und der Glorifizierung. Natürlich gilt am Ende des Tages, jedem Menschen im Einverständnis seinen legalen Fetisch ausleben lassen zu können, doch toxische Beziehungen sollten nicht als die Normative gesehen werden und können auch nicht einer Generation oder Zeit zugeordnet werden. Hass und Liebe sind dann doch zwei verschiedene Paar Schuhe und dass ist auch unser Fazit des Songs.