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Videopremiere: Bei Roller Derby trifft Post-Punk auf Künstliche Intelligenz

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Vor einigen Jahren war Künstliche Intelligenz noch ein abstrakter Begriff, mit dem ausschließlich Silicon Valley-Spezialisten herum jongliert haben. Heute können wir diese Thematik zunehmend besser greifen und finden immer mehr Anwendungsmöglichkeiten. Eine davon: Surreale Traumwelten als visuelle Begleitung für spärischen Post-Punk erschaffen. Diese Beschreibung trifft auf das neue Musikvideo zu „Starry-Eyed“ von Roller Derby zu – entstanden mit KI-Unterstützung und jetzt als Videopremiere bei Diffus verfügbar.

Roller Derby – Starry-Eyed

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Das neue Musikvideo der Newcomer-Band Roller Derby sieht aus, als würde es von der Leinwand eines großen Künstlers stammen. Harte Schraffuren, weiche Farben, die ineinander fließen und ein neues Bild formen, wo gerade noch das vorherige stand. Der Twist an der ganzen Sache: Das Genie hinter diesen Szenen ist kein Mensch, sondern eine Künstliche Intelligenz.

Ein Musikvideo der etwas anderen Art

Wobei das auch nicht ganz richtig ist. Gedreht wurde das Video von Gustavo Tissot in Brasilien, an einer Gedenkstätte für die ukrainische Hungersnot in den 1930er Jahren. Fast schon gruselig, dieses mahnende Bauwerk im Video mit dem Kontext der letzten Tage zu sehen, denn entstanden ist der Clip natürlich lange bevor der brutale Krieg in der Ukraine mit dem Angriff Russlands am 24. Februar begann. Als Zuschauer:innen sehen wir eine Frau, die durch die Zeit reist und dabei auf ihr Vergangenheits-Ich stößt. All diese Szenen wurden nachträglich mit verschiedenen Effekten und eben auch mit Input einer Künstlichen Intelligenz bearbeitet, was zu einem surrealen, traumartigen Look führt.

Dream Punk

Dieser visuelle Stil greift perfekt den Sound auf, den Roller Derby auf musikalischer Seite verfolgen. Nachdem das Trio bisher vor allem mit atmosphärischem Indie- und Dreampop à la Beach House auf sich aufmerksam gemacht hatte, tasten sie sich nun in die Ausläufer des Post-Punk vor. Das sorgt dafür, dass „Starry-Eyed“ spürbar düsterer ausfällt als Veröffentlichungen aus dem vergangenen Jahr wie „Whatever Works“ oder „Something True“.

Der Song ist dabei ein Versuch, eine kaputte Beziehung wieder zu richten und zurück zum Miteinander zu finden: „Talk to me, talk to me, I wanna feel your misery“, heißt es im Refrain. Aber trotz dumpf grummelnder Bassline und dem melancholisch wehklagenden Gesang, behält die Musik von Roller Derby diese gewisse verträumte Beschaffenheit und Verspieltheit, die wir schon kennen und lieben gelernt haben.