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Videopremiere: Elektropop-Duo AB Syndrom zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Posted in: Premieren
Tagged: AB Syndrom

AB Syndrom entstand ursprünglich als Projekt mit vier Mitgliedern. Mit dem 2018 erschienen Album “Plastik” wurden daraus zwei – Sänger Bennet Seuss und Drummer Anton Bruch – und der Sound noch klarer, noch konzentrierter zwischen gedämpften Flächen und unvorhersehbarem Rhythmen. Ein eigenständiger Sound, den auch Rapperin und Sängerin Mine anerkennt: Auf dem Song „Spiegelbild“ holte sie sich AB Syndrom auf ihr gefeiertes Album „Klebstoff“.

Frontalcrash in der Pandemie

Dann kommt es zum „Frontalcrash“ – das nächste Album von AB Syndrom erscheint mitten im Lockdown einer Pandemie, deren Ende zu diesem Zeitpunkt in den Sternen steht. Die eigentlich geplante Tour des Duos wird verschoben und nochmals verschoben und muss schließlich schweren Herzens abgesagt werden. Bennet und Anton reagieren darauf, so gut man eben reagieren kann: Lassen sich nicht unterkriegen und versuchen mit Streaming-Konzerten dem Live-Erlebnis irgendwie nahe zu kommen.

Zum Glück gibt es gute Neuigkeiten: Im Herbst 2022 kann das Duo endlich wieder auf die ersehnte Tour gehen. Und es kommt noch besser: Bis es soweit ist, haben die beiden dann sogar ein neues Album am start, das auf den Titel „Tut mir gut Tut mir Leid“ hören wird und am 30. September erscheint. Wie die neue Platte dann klingen wird, deuten AB Syndrom schon jetzt mit einer Reihe von Singles an. „Guck ich dich immer an“ bildet dabei nach „Supermond“ und dem Titeltrack die neueste.

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Dieser eine Song, der alles wieder lostritt

„Dann, bei der einen Stelle im Song / Guck ich dich immer an / Du bist zu mir gekomm’n / Look what we’ve done“ – Die neue Single von AB Syndrom erinnert uns von der ersten Sekunde an daran, wie gut die beiden Musiker darin sind, ungewöhnliche Melodien zu finden und perfekt in Szene zu setzen. Bennets Stimme erklingt hier beinahe isoliert und wird erst nach und nach von schwerem Klavier und rasselnder Percussion umgeben. In den folgenden Strophen ist er ganz in der Vergangenheit, in einer Beziehung, die es jetzt nicht mehr gibt – bis der Refrain losbricht und mit diesem unbekannten Song alles wieder hoch holt. 

Passend zu diesem ruckigen Flow, ist das Musikvideo von Regisseur Benjamin Weu ganz der Choreographie gewidmet. Bennet und Anton tanzen sich durch eine Wohnung, zwischen Anziehung und Abstoßung, Spielereien und Todernst. Ihre Zänkereien spitzen sich immer weiter zu und lassen bis zum letzten Bild gespannt auf die Auflösung warten.

Die aktuellen Singles zum neuen Album zeigen: Die Pandemie hat AB Syndrom geprägt und geformt, aber nicht klein gekriegt. Stattdessen besinnt sich das Duo auf das Wesentlich, auf den Kern zwischenmenschlicher Beziehungen, gefasst in alternativen elektronischen Pop und kristallklare Kopfstimme.