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Videopremiere: Mina Richman singt in „Nearly To The End“ über Mut und queere Liebe

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Über Mina Richman schreiben wir immer wieder gerne. Sie war an dem tollen Sampler „Cock am Ring“ beteiligt und sie lieferte uns im letzten Jahr zu ihrem Song „Jaywalker“ einen tollen Kurzfilm. Hinter dem klangvollen Künstlerinnen-Namen verbirgt sich die Deutsch-Iranerin Mina Schelpmeier, die sich dabei von Cher inspirieren ließ, die ja einmal die schöne Zeile sang: „Mom, I’m a rich man.“ Mina ist in Berlin geboren, wuchs dann aber in Bad Salzuflen auf, das zwar auch ein kleines Kapitel in der deutschen Musikgeschichte geschrieben hat und als Keimzelle der Hamburger Schule gilt, ansonsten aber recht beschaulich ist. Im vergangenen Herbst ging Mina Richman mit ihrem Song „Baba Said“ viral, in dem sie poetisch und mit großer Emotionalität die Gefühle der Iranischen Diaspora einfing und sich solidarisch mit der beginnenden Revolution im Iran zeigte.

Eine Hymne auf das Über-sich-Hinauswachsen

Am Freitag veröffentlichte Mina ihre neue Single „Nearly To The End“. Ein herrlich beschwingter Song, der vermuten lässt, das Amy Winehouse oder die Alabama Shakes in der ein oder anderen Playlist von ihr einen Platz haben. Innerhalb von drei Tagen hat Mina (Gesang) mit ihrer Band – Fredrich Schnorr von Carolsfeld (E-Gitarre), Alex Mau (Bass) und Leon Brames (Schlagzeug, Percussion) – , in Tobias Sieberts (Enno Bunger, Lyschko, Lúisa) Studio „the cathedral“ den ersten gemeinsam geschriebenen Song aufgenommen. Und der ist eine Hymne auf das Über-sich-Hinauswachsen – sei es, wenn man sich das Coming-out traut, endlich das Fünf-Meter-Brett bezwingt, oder aber auch die Kraft und den Mut hat, eine missbräuchliche Beziehung zu verlassen. Dabei schubst Mina uns als Hörer:innen aber nicht über die Klippe, sondern führt uns behutsam an jenen Punkt, an dem wir uns selbst trauen können. Im Song heißt es: „Baby, you’ve brought me / Nearly to the end / These final steps / I’ll walk alone / I’ll meet you soon again.“

Der Clip findet dazu perfekte Darstellerinnen und Bilder und wirkt – wie schon „Jaywalker“ – wie ein komprimierter Spielfilm, den man gerne als 90-Minuten-Episoden-Film auserzählt gesehen hätte.

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