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Videopremiere: „Nüchterne Trunkenheit“ – Tabea Booz schwankt zwischen Verstand und Verführung

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Tagged: Tabea Booz

In welche Richtung es mal für Tabea Booz gehen sollte, wurde ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt: Aus kindlichem musikalischen Experimentieren wurde Klavier- und Gitarrenunterricht und später ein Studium der Schul-, Jazz- und Popularmusik. Nach einer Zeit in Indien, in der die Musik auch wieder durch Live-Auftritten mit einer lokalen Band eine große Rolle spielte, ist die Künstlerin nach Deutschland zurück gekehrt, um als Bandleaderin und Solo-Künstlerin ihrer großen Leidenschaft nachzugehen.

All diese Einflüsse und noch viel mehr finden sich im heutigen Schaffen der inzwischen 29-jährigen. Der Gesang wurde mit der Zeit Deutsch statt Englisch und vermittelt Inhalte mit einer lyrischen Sicherheit, die wohl nur die Muttersprache bieten kann. Die persönliche und musikalische Entwicklung der letzten Jahre formt Tabea Booz im September zur Debüt-EP „Zwischen Bunt und Gold“, jetzt gibt es mit „Nüchterne Trunkenheit“ bereits das zweite Video zum Projekt.

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Tabea Booz – Nüchterne Trunkenheit

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Im Video präsentiert sich die Musikerin im VHS-Look zwischen Gläsern, die funkeln und brechen wie ein Kaleidoskop. Setting und Titel legen es schon nahe: „Trunkene Nüchternheit“ dreht sich um Alkohol in seiner lyrischsten Form. Es geht um all die Dinge, die mit seinem Genuss kommen, die niedrige Hemmschwelle, die Selbstsicherheit, die schwere Zunge, die trotzdem so viel sagen will. Das trägt Tabea Booz mit einer sicheren Stimme und eleganten Haltung vor, beides Zeugen ihrer Verwandschaft mit Jazz und Soul. Auch der Beat ist darin verankert, klingt zu Beginn noch, als würde er gerade den letzten Rausch mit dem Kopf auf dem Tresen ausschlafen, unter gedimmtem Licht und nur vom Bass und den rumpelnden Drums voran getrieben. In der Hook wacht die Instrumentierung aus diesem Schlummer auf, umspült Tabea Booz mit Fluten von Dream Pop. Die elektronischen Synthie-Akzente behält sich die Musikerin auch für die zweite Strophe bei und beweist, dass ihre musikalische Vielfalt bei Soul gerade erst anfängt. Betört vom Alkohol wirft Tabea Booz ihren Blick durch verzerrendes Glas und wägt ab, über Nüchternheit und Trunkenheit, Verstand und Verführung.

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