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Videopremiere: Rap-Newcomer Isaiah ist ein „Chbaby“

Posted in: Premieren
Tagged: Isaiah

Wenn gleich beide Eltern Musik machen, ist eine gewisse Prägung in diese Richtung nicht weiter verwunderlich. Besonders wenn besagte Eltern jeweils den Weg für deutschen Soul beziehungsweise Hip-Hop geebnet haben. Dementsprechend ist es nur eine logische Konsequenz, dass Isaiah, der Sohn von Max Herre und Joy Denalane, heute mit „Chbaby“ seine erste eigene Single veröffentlicht und die Flagge für seinen Heimatbezirk Berlin-Charlottenburg hochhält.

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Isaiah hat große Fußstapfen zu füllen, so viel ist klar. Schließlich ist seine Mutter Joy Denalane eine der erfolgreichsten Soul-Sängerinnen in Deutschland und inzwischen sogar beim Kult-Label Motown Records unter Vertrag. Papa Max Herre widerum hat seinerzeit mit dem Hip-Hop-Kollektiv Freundeskreis und Songs wie „A-N-N-A“ oder „Mit dir“ Conscious Rap auf Deutsch quasi erfunden. Das gefühlvolle Songwriting der Truppe aus Stuttgart bildet zum Ende der 90er Jahre einen dringend benötigten Gegenentwurf zum harten Straßenrap aus Berlin, aber auch nach dem Millenium ist Max Herre, zunehmend als Solo-Artist, sehr erfolgreich. 

Wie der Vater, so der Sohn?

In diesem Kontext hört die deutsche Rap-Landschaft dann auch zum ersten Mal vom Nachwuchs des Musiker-Paars. Auf Herres letztem Album „Athen“, dass der Rapper 2019 veröffentlichte, berichtet er auf dem Song „Siebzehn“ von seinem heranwachsenden Sohn und den Parallelen zu seiner eigenen Jugend. Im zugehörigen Videosnippet kommt Isaiah, damals noch als Jesaja 19 dann sogar selbst zu Wort: Der Oldschool-Beat kippt nach Max Herres Part in ein modernes Trap-Pattern und Isaiah liefert „17 Zeilen, die dir zeigen, wer der Boss ist“ – und den Beweis, dass Talent wohl irgendwie doch vererbt werden kann. 

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Charlottenburg born and raised

Nun macht sich Isaiah auf, um aus dem Schatten seiner Eltern zu treten und sich selbst einen Namen in der Berliner Rap-Szene zu machen. Dabei nutzt er gleich seinen allerersten Song um sein Territorium abzustecken, denn: Isaiah ist ein „Chbaby“. „CH“ steht hier für Berlin-Charlottenburg – die Heimat von Isaiah.

Zwischen Ku’Damm und Teehaus

Der Newcomer ist sich dem Erbe seiner Eltern bewusst, musikalisch macht er trotzdem sein eigenes Ding. Anders als noch sein Vater mit den Wurzeln im Schwabenland, ist Isaiah ganz Berliner Junge. So fängt auch die Debüt-Single entsprechend mit einem kleinen Alltagsgespräch an: „Hast du Lust was Essen zu gehen an der Kantstraße bei diesem Korean Chicken Laden?“. Die folgenden Lines und auch die Aufnahmen im Musikvideo sind ganz in Isaiahs Umfeld verortet, irgendwo zwischen Ku’Damm und KaDeWe auf der einen Seite, dicken Joint und Cay im Teehaus auf der anderen. 

Über eine soulig-verträumte Trap-Produktion rappt sich Isaiah durch sein Leben als jugendlicher Tu-nicht-gut: „Zwei Uhr mittags, ja ich stehe auf / Dicke Augen, THC-Rausch / Braune Locken, bisschen Gel drauf / Bau ein Jibbit voll mit Feenstaub“. Isaiah und seine Crew hangeln sich von Späti zu Späti und jeder ist mal mit Drehen dran. Im warmen, gelblichen Look des Musikvideos sowie im entspannten Laid-Back-Beat erahnt man ein bisschen Herre-DNA, trotzdem ist Isaiah unverwechselbar Isaiah: Selbstbewusst, ständig auf Achse und jetzt endlich mit eigener Musik am Start.