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Videopremiere: Val Sinestra fackeln dein Lieblingsshirt ab

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„Es geht um Hypes, Popkultur und Gesellschaft“, lautet die Antwort auf die Frage, mit welcher Thematik sich die aktuelle Single „Seuche“ von Val Sinestra beschäftigt. Anhand aktueller Umstände könnte fälscherweise der Eindruck entstehen, es handele sich hierbei um einen Corona-inspirierten Song. Doch diesem Irrtum wirken Jan, Chris, Max und Sören spätestens mit ihrem energetischen Musikvideo entgegen. Darin greifen die vier Musiker Szenen, Locations und Stereotypen auf, die gewieften MusikliebhaberInnen aus unzähligen Rap- und HipHop-Videos bekannt sein dürften und hinterfragen diese kritisch.

Teil dieser infragestellenden Bilder ist natürlich auch das Verbrennen von Marken-Kleidung sowie das Bloßstellen des gemeinen Gangster-Images. Diese Darstellung soll aber keinesfalls in Hohn und Spott ausufern, sondern eine ganz bestimmte Einstellung der Band gegenüber gesellschaftlich akzeptierten Werten verdeutlichen: „Kunst ist ein Spiegelbild einer Gesellschaft, doch möchte man in einer Gesellschaft leben, wo Drogen nehmen cool ist und Marken-Klamotten die eigene Identität prägen sollen? NEIN! Das Thema wurde in vielen HipHop Medien behandelt und hat Kritiker, doch wo sind die Bands, die etwas gegen die Walze Deutsch-Rap sagen? Das soll sich ändern. David gegen Goliath. Aufmerksam machen darum geht’s.“

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Val Sinestra – Seuche

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Diese Aufmerksamkeit erhalten Val Sinestra mit ihrem Musikvideo ohne jeden Zweifel, denn Wegsehen ist bei so viel Symbolcharakter und dynamischer Kameraführung einfach nicht möglich. Wer „Seuche“ allerdings gerade nicht in seiner ganzen Zornigkeit und Empörtheit – sprich mit Musikvideo – genießen kann, dem bleiben immerhin die emotional aufgewühlten Lyrics des Songs, die es auch ohne bildliche Untermalung schaffen, den kritischen Blick des Quartetts unmissverständlich zu transportieren: „Schlange stehen für einen Schuh – für die Kredibilität noch ein Tattoo. Ich hab keinen Bock darauf zu warten bis er vorbei ist dieser Hype.“