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Alison Goldfrapp im Interview über „The Love Invention“, Dance-Musik und Genre-Vielfalt

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Nur wenige haben die elektronische Popmusik der letzten Jahre und Jahrzehnte so sehr geprägt wie Alison Goldfrapp. Schon in den 90ern wirkte sie an Projekten von Größen wie Tricky oder Orbital mit, bevor sie dann 1999 gemeinsam mit dem Produzenten und Keyboarder Will Gregory das nach ihr benannte Duo Goldfrapp gründete. Seither präsentieren die beiden einen wechselhaften, aber immerzu spannenden Pop-Entwurf. Klang im Debüt „Felt Mountain“, das 2000 erschien, noch sehr Alisons Wurzeln im Trip-Hop und die von Will in der Filmmusik durch, so erschien nur fünf Jahre später mit „Supernature“ und der darauf enthaltenen Single „Ooh La La“ eine Elektropop-Rakete, die Goldfrapp hoch in die Charts beförderte. Zuletzt kam 2018 mit „Silver Eye“ ein gewichtiges und dramatisches Album, auf dem sogar Dave Gahan von Depeche Mode vertreten war.

Seitdem gab es keine weiteren Releases mehr – aber Alison Goldfrapp war keineswegs untätig, sondern schraubte in der Zwischenzeit an ihrem Solodebüt „The Love Invention“, das vor kurzem das Licht der Welt erblickte.

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Diamanten entstehen unter Druck

So richtig geplant war das nicht. „Ich habe angefangen und dachte eigentlich, ich mache einfach eine EP. Einfach fünf Songs, ein guter Einstieg, nicht zu viel Druck. Die habe ich dann einem Label gezeigt und die haben es sehr gemocht und die haben gesagt: ,Wir lieben das, aber wir wollen ein ganzes Album!’“ Also fing Alison mit der Arbeit an einem Longplayer an – den sie innerhalb von zwei Monaten einreichen sollte. Aber manchmal braucht es eben genau diese Art von Druck, um kreativ aufzublühen: „Ich glaube, deshalb habe ich so lange dafür gebraucht, eine Solo-Platte zu machen, weil der Gedanke daran immer etwas angsteinflößend war. Aber das ist er jetzt nicht mehr, tatsächlich ist es ein sehr schönes Gefühl“. Heraus kam dabei eine bunt schillernde Platte, ein Kehrtwende von „Silver Eye“, hin zum Dancefloor, zur Euphorie und Ekstase.

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„The Love Invention“ darf aber keineswegs nur im Club gehört werden: „Ich höre sehr viel Dance-Musik und wenn ich Dance-Musik sage, meine ich das im weitesten Sinne. Ich glaube nicht, das man in einen Club gehen muss, um Dance-Musik zu hören. Tatsächlich liebe ich es, mir solche Sachen im Auto anzuhören!“ Abschließend verrät uns Alison Goldfrapp dann noch, was sich für Veränderungen sie denn in der Musik-Branche der Neuzeit feststellt, im Vergleich zu ihren Anfängen als aufstrebende, junge Musikerin in den 90ern: „Es gibt viel mehr Vielfalt, das finde ich super. Als ich angefangen habe, warst du entweder in diesem oder in jenem Genre. Stilrichtungen haben sich nicht so richtig vermischt, während heutzutage alles mögliche miteinander verschmilzt. Ich glaube, das ist sehr gesund.“

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