DIFFUS

Bouncy im Interview: „Ich hab‘ lange nicht gesagt, dass ich rappe“

Posted in: Videointerview
Tagged: Bouncy

Deutschrap entwickelt sich stetig – und heute wahrscheinlich rasanter als je zuvor. Indie-Pop, Eurodance, Pop-Punk, Jersey Club, Drum ’n’ Bass, es gibt quasi nichts, auf was man gerade nicht rappen kann oder darf. Einer der die aktuelle Entwicklung am eigenen Leib erlebt und begleitet ist Bouncy. Der Rap-Newcomer aus Wien ist im vergangenen Jahr mit hartem Drill-Sound in die Szene gestartet. Inzwischen fährt er einen neuen, melodischeren Sound und spricht im Interview mit uns über diesen Stil-Wechsel, seine Einflüsse und die Vorteile der modernen Musikproduktion.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Von Bushido zum Drill-Sound

Zu Beginn des Gesprächs überrascht uns Bouncy direkt: „Viele wissen gar nicht, wie jung ich eigentlich bin – ich bin 18 Jahre alt erst“. Entsprechend wurde sein Aufwachsen vor allem vom harten Deutschrap der Nullerjahre geprägt, Bouncy erinnert sich an einen Kindheits-Soundtrack von Bushido und Xatar zurück, der die Fahrten mit seinem Bruder und seinem Cousin im Auto begleitete. Später wurde dann aus Deutsch Englisch: „Ich war sehr großer Travis Scott-Fan immer, bis heute“. Als Teenager fängt Bouncy dann an erste Beats zu bauen und Texte zu schreiben, zu Beginn im Wettstreit mit seinen Schulfreunden. Trotzdem wurde daraus schnell mehr als ein Freizeit-Hobby: „Seit dem Tag, wo ich angefangen habe, mich bisschen mehr in die Materie reinzusteigern, hab’ ich das voll ernst genommen.“.

Spätestens nach seinen ersten Releases zahlt sich dieser Glauben an das eigene Talent aus: Songs wie „Abella Danger“, „Shaniqua“ oder „Tom & Jerry“ surfen auf der Drill-Welle aus UK und kommen im Wiener Untergrund gut an. Im Frühjahr 2023 erfindet sich Bouncy dann neu: „Nintendo“ kommt mit mehr Melodien, Synthies und Two-Step statt Drill.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

„’Nintendo‘ war der erste Song, bei dem es in eine andere Richtung ging. Das war für mich nichts neues, aber für die Leute. Das war kein smoother Switch, aber es hat gut funktioniert, die Leute haben verstanden.“, erinnert sich Bouncy. Seither geht es genauso vielseitig weiter, erst auf der „ILDB“-EP, am vergangenen Freitag dann in Form der Single „Wohnzimmer“. Der neue Song kommt mit Breakbeats und sphärischen Synthie-Beats, die an die Produktionen der Playboysmafia erinnern – und tatsächlich in einem Wohnzimmer entstanden hat. Was ein Stromausfall damit zu tun hat und warum Bouncy 1604 Hörer:innen in Instanbul hat, erfahrt ihr im Interview.

Das zweite DIFFUS Print-Magazin

jetzt bestellen

Große Titelstory: Brutalismus 3000. Außerdem: Interviews mit Paula Hartmann, Trettmann, Lena, Berq, Team Scheisse und vielen mehr.