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Ein Tag auf Tour mit Tiefbasskommando: Micha trifft die TBK-Family in Cottbus

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Werbung: Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Havana Club entstanden

TBK – das sind drei Buchstaben, die in den letzten Jahren die deutsche Rap-Szene erschüttert haben wie ein Erdbeben. Tiefbasskommando schockiert und provoziert mit einer schrillen Mischung aus Hardcore-Hip-Hop der alten Berliner Schule, 2 Live Crew und brutalen Techno-Beats. Aber wie viel ist dran an den hyperexpliziten Texten über einen Lifestyle, der sich von einer Line zur nächsten hangelt? Für unsere neueste Folge DIFFUS Untergrund hat Micha Antworten auf diese Frage gesucht und die Crew an dem Ort getroffen, wo sie sich am wohlsten fühlt: Auf Tour! 

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Tourstop in Cottbus

Für unseren Dreh verlassen wir Berlin und fahren ins zwei Stunden entfernte Städtchen Cottbus, um das vielleicht spannendste Kollektiv im Deutschrap für ihr erstes Videointerview zu treffen. Hinter Tiefbasskommando stecken die maskierten Rapper Double G, MC Kneipenkrieger, Don Juan, Eisberg sowie Produzent Retado Beats und Shoki, das einzige weibliche Mitglied des Kollektivs.

Offiziell gründet sich die Crew im Winter 2019, nachdem man zuvor besoffen in einer Kneipe entschließt, einen Rap-Song aufzunehmen. Ihre ersten Songs erinnern an Bassboxxx, Berlin Crime und andere längst vergessen geglaubte Hip-Hop-Antihelden aus den 2000ern. Kein Zufall, wie uns Don Juan im Interview erklärt: „Damit sind wir auch sozialisiert. Vor allem die Gründungsmitglieder haben das in ihrer Jugend ausreichend gepumpt.“ 

Porno Rap und Cowbells

Nach Vorbild der großen Porno Rap-Pioniere sind die Texte von TBK völlig überzogen und obszön: es geht um Orgien, Suff und Koks. Dazu liefert Retado basslastige Elektro-Beats an, die beladen sind mit Cowbells und anderen Gimmicks aus dem 808-Werkzeugkasten. 2020 veröffentlicht das Tiefbasskommando sein erstes Tape „Vol. 1“, das in einem besetzten Haus in der Silbersteinstraße entsteht: „Wir waren da drin, weil das Haus leer war, weil Corona angefangen hat. Wir hatten sonst keinen Ort um entspannt zu chillen. Es gab Strom, es gab Wasser – perfekt!“, erinnert sich Retado.

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Spießer-Schreck und feministisches Idol

Im selben Jahr veröffentlichen TBK mit „Ekeltape“ ein weiteres Projekt und rekrutieren die Rapperin Shoki sowie kurz darauf MC Kneipenkrieger. Shoki dreht den Sex-Rap ihrer Kollegen ins feministische und landet mit ihrem Solo-Song „Eine wie mich“ gleich mal einen der erfolgreichsten Hits des Untergrund-Kollektivs: „Was hast du vorzuweisen? Deinen kleinen Halbsteifen? / Baby, es gibt tausende wie dich, aber glaub mir es gibt nur eine wie mich!“.

Aus Shokis beliebten TBK-Songs hat sich inzwischen eine eigene, parallel laufende Solo-Karriere entwickelt und damit auch ein regelrechtes Shoki-Fandom. Dazu erzählt die Rapperin mit der Latex-Maske: „Ich find’s voll süß, weil ich glaube das sind viele Girls. Mir schreiben auch viele: ‘Voll geil, du gibst mir voll viel Selbstbewusstsein!’ Ich hab auch davor immer meine Freundinnen ermutigt, weniger anzuziehen – jetzt sind das eben fremde Girls!“ 

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Die TBK-Familie

Neben den rappenden und produzierenden Hauptcharakteren umgibt das Tiefbasskommando ein ganzes Getriebe an fleißigen Helfer:innen aus dem direkten Freundeskreis der Crew. Während unserem gemeinsamen Tag in Cottbus werden wir von Curtis Mayhem, der TBK-Contentmaschine, herumgeführt und mit dem Team bekannt gemacht: Videograf, Fotograf sowie Ton- und Lichttechniker gehören fest zur Tiefbass-Experience. 

In der neuen Folge Untergrund sprechen wir mit dem Tiefbasskommando und ihren wichtigsten Begleitern und erfahren mehr über ihre Musik und das Leben auf Tour. Es geht um Rap, Techno und David Guetta, Voodoopuppen und den Bezug zu ihren Fans.

Über DIFFUS Untergrund

Willkommen in Deutschraps Untergrund. In unserer Doku-Reihe widmen wir uns den spannendsten neuen Rapper:innen. Moderatorin Miriam Davoudvandi besucht sie in ihrer Heimat.

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