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Kochen mit Monako: Intimer Indie-Pop zwischen Hamburg und Kanada

Posted in: Kurzdoku & Portrait
Tagged: Monako

Was machen Sadek Martin-Massarweh und Jakob Hersch wenn sie nicht gerade mit ihrer Band Monako im Studio oder auf der Bühne stehen? Für unser neuestes Portrait begleiten wir die beiden Musiker einen Tag lang in ihrer Heimat Hamburg und erfahren mehr über den Entstehungsprozess des neuen Albums „Scared Of The Way I Move“.

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Monako denken Indie-Pop neu

Als Sadek Martin-Massarweh vor vielen Jahren von Montreal nach Hamburg kam, hätte er vermutlich nicht gedacht, dass er hier seine neue Heimat finden würde. Doch genau das ist passiert, und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen natürlich in der Hansestadt, zum anderen in seiner Band Monako. Diese entstand aus einer Freundschaft zu Jakob Hersch, auch Musik-Fan und -Macher, den Sadek hier kurz nach seiner Ankunft in Deutschland kennenlernt. Nach und nach versammeln die beiden in Form von Pamier Hilal, Jan Hendrik Schnoor und Valentin Hebel weitere Musiker um sich und feilen an einem eigenen Sound, der die zahlreichen Einflüsse der verschiedenen Mitglieder zusammenführt.

Denn Monako wollten nie „nur“ eine klassische Indie-Band sein, stattdessen schwingt in der Musik des Quintetts jede Menge (Neo-) Soul, Jazz, Pop und Hip-Hop mit. Eine großer Faktor, der diese Diversität und den ungewöhnlichen Sound  beeinflusst, ist der Umstand, das zu Beginn die in Montreal lebende Musikerin Naomi De Lorimier bei Monako mitwirkt. „Dadurch, das Naomi in Kanada war, ist Sadek immer mal wieder hingeflogen oder wir haben Spuren hin und hergeschickt. Das hat dazu geführt, dass wir unsere Songs auch ein bisschen dekonstruiert haben und das nicht so Songs waren, die durch Jams entstanden sind, sondern dass man die eigene Musik viel mehr auch als Samples betracht hat, die man neu arrangieren und zusammenflicken kann.“, erzählt Jakob im Interview.

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Mit viel Neugierde und Selbstbewusstsein experimentiert das Kollektiv schon früh mit elektronischen Produktionen und Techniken aus verschiedenen Genres und füllt damit 2018 eine erste Selftitled-EP sowie 2020 den Zweitling „Take Care“. Aber 2020 ist auch das erste Jahr der Covid-Pandemie. Die erste richtige Tour der Band fällt flach und die Karriere der aufstrebenden Newcomer wird erstickt, als sie gerade an Fahrt aufnimmt. Aus dieser Zeit der Zweifel und Isolation werden aber auch die ersten Ideen für neue Musik geboren, die in das frisch erschienene Debütalbum „Scared Of The Way I Move“ münden.

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Ehrlichkeit zu sich selbst und zu den anderen

Der wohlig-warme Genre-Mix von Monako bleibt bestehen, trotzdem will man einiges neu machen. „Mit diesem Album war es mir total wichtig, ehrlich zu sein, auf sehr vielen Ebenen. Die erste war auf jeden Fall, wie ich zu den anderen bin. Das heißt, sich zu trauen, so zu sein, wie man ist und nicht einem Bild von sich selber zu entsprechen“, erklärt Sänger Sadek im Gespräch.

Auch in der Produktion verfolgten Monako diesmal einen neuen Ansatz, erzählt uns Jakob. Zum ersten Mal arbeitet die Band in Eigenregie ohne einen externen Produzenten. Ihre Songs sehen die fünf Musiker wie ein musikgewordenes Tagebuch, statt sie zur Perfektion zu trimmen. „Es gibt genau so viele Passagen auf dem Album, die nur mit einem Handy oder einem kleinen Field-Recorder aufgenommen sind oder aus Vorproduktionen auf dem Album gelandet sind“. An erster Stelle steht immer die Emotion, der Moment, die Erfahrung, und wie man diese am besten in Klänge und Worte fassen kann.

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Am Ende servieren uns Monako, nun in versammelter Runde in der Wohnung von Sadek, ein Essen, das sie während dem Interview vorbereitet haben. Die Stimmung ist gesellig und vertraut. Eine Vorfreude auf den Albumrelease liegt in der Luft, die nun am vergangenen Freitag eingelöst wurde. Seitdem kann man „Scared Of The Way I Move“ überall streamen und kaufen. Wer das tut, hört mit Sicherheit die verschiedenen spannenden musikalischen Facetten von Monakos Alternative Pop, vor allem aber die Aufrichtigkeit und Menschlichkeit.

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