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Micha trifft Flawless Issues: Skaten, NNDW und Edwin Rosen

Posted in: Kurzdoku & Portrait
Tagged: Flawless Issues

Ob NNDW oder New Wave: Der kühle, synthie-lastige Sound der 80er ist aktuell beliebt wie schon lange nicht mehr. In den internationalen Playlisten ganz vorne mit dabei: Flawless Issues, seines Zeichens Sänger, Songwriter und Produzent aus Stuttgart, der sich gerade auf der Zielgerade zu seinem ersten Album befindet. Wir haben den Newcomer im letzten Jahr mitten im Produktionsprozess in Berlin für ein Interview getroffen. Zwischen Skatepark, Stammkneipe und WG-Zimmer ging es um Authentizität, Imperfektion und seine Freundschaft zu Edwin Rosen.

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Herbst 1966. Überall wo es Musik zu hören gibt, dudeln die „Good Vibrations“ der Beach Boys aus den Lautsprechern und versetzen die Welt in positive Schwingungen. Die dringen auch bis ins Jahr 2020 und zum Newcomer Flawless Issues durch – der den Klassiker glatt in ein neues-altes Sound-Gewand hüllt und damit seinen ersten kleinen Hit landet. „She’s giving me excitations“, singt der junge Musiker mit einer Stimme, die gar nicht so „excited“ klingt, über rumorenden New Wave-Bass.

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Too cool for school

Auch wenn dieser Stil erst lange nach den Beach Boy aufkam, so ist er doch alles andere als modern. „In der Schule war ich immer so Außenseiter-mäßig was meinen Musikgeschmack betroffen hat. Ich hab als Kind nie Kindermusik gehört, weil mein Dad mir oft CDs gebrannt hat. Von meiner Mutter eher so Ambient-Sachen wie Moby und von meinem Dad viel Punkiges und American Hardcore und auch super viel Indie aus den 80er und 90er Jahren.“, erzählt uns Flawless Issues im Interview. Dank seinem Vater steht der Newcomer auch schon mit Kinderbeinen auf seinen ersten Skateboards – eine Leidenschaft, die ihn bis heute erfüllt und wegen der wir ihn im Dog Shit, seinem liebsten Skatepark in Berlin, antreffen.

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New Wave vom iPhone

An der Rampe macht er vor einigen Jahren auch eine Begegnung, die alles verändert: Als Teenager treffen bei einem Skatecontest in Stuttgart der junge Flawless Issues und der junge Edwin Rosen aufeinander. „Er hatte so ein selbstausgeschnittenes Skateboard, mit Linol bedruckt, und das fand ich voll cool. Ich hab ihn drauf angesprochen und er mich auf mein T-Shirt, ich weiß gar nicht mehr was ich anhatte. Super obvious, wahrscheinlich Joy Division!“, erinnert sich Flawless Issues lachend. „Dann haben wir die ersten zwei Songs zusammen aufgenommen, „Cut The Rope“ und „Good Vibrations“, an einem Abend. Witzigerweise über ein iPhone, das ist ‘ne komplette iPhone-Production, wie Steve Lacy“

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In Sachen Produktions-Standards kann Flawless Issues heute mehr als nur Garageband. Nach der Skate-Session fahren wir mit dem Newcomer in den Neuköllner Schiller-Kiez, wo er zu diesem Zeitpunkt lebt. In der Stammkneipe treffen wir den Rest seiner WG auf ein paar Futschi, dann dürfen wir die heiligen Hallen sogar betreten. Im winzigen Zimmer von Flawless Issues gibt es keinen Zentimeter, der nicht mit Postern, obskuren Merchandise-Artikeln oder Musik-Equipment bedeckt ist. Zwischen Fragmenten seiner eigenen Musik und der seiner großen Helden erklärt Flawless Issues schlicht: „Ich würde nicht sagen, dass ich ein guter Musiker bin. Aber es reicht um Songs zu schreiben. Ich glaub’, das ist das wichtigste“.

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