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Mit Jules Ahoi im Kayak auf der Spree: „Melancholic Dreamwave“, Einsamkeit und Meeres-Liebe

Posted in: Kurzdoku & Portrait
Tagged: Jules Ahoi

Jules Ahoi hat zwei große Leidenschaften, die sich in seinem Leben immer wieder überschneiden: Das Meer und die Musik. Kein Wunder also, dass der Wahlkölner seinen Sound liebevoll als „Saltwater Folk“ bezeichnet, ein treffender Titel, der sich auch durch sein neues Album „Melancholic Dreamwave“ zieht. 

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Aber zurück zum Anfang: Jules Ahoi heißt eigentlich Julian Braun und stammt aus der Nähe von Osnabrück – nicht gerade der Teil von Deutschland, der für seinen brausenden Ozean bekannt ist. Erst mit 18 Jahren entdeckt Jules bei einem Trip nach Dänemark seine Leidenschaft für das Wasser und für das Surfen. Es ist Liebe auf den ersten Blick, das Meer zieht ihn in den Bann und nach einem abgebrochenen Studium folgt er diesem Ruf und zieht mit einem VW-Bus an die französische Atlantikküste.

Ein Sprung ins kalte Wasser

Hier festigen sich seine musikalischen Ambitionen, die durch vorherige Banderfahrungen längst geweckt waren. Jules verlässt seine Komfortzone und versucht sich als Straßenmusiker, währenddessen verdient er seinen Lebensunterhalt als Surflehrer. Er verbringt jeden freien Moment am Wasser, das auch in seine Musik hinein sickert, genauso wie die vielen Menschen, die man beim Surfen und Reisen trifft und die Gespräche und Stunden, die man mit ihnen teilt.

Soundtrack für Surfsessions und Roadtrips

Jules steckt Liebe und Mühe in seinen handgemachten Sound zwischen Indie und Folk, der einen beim Hören umschließt wie eine Welle. Irgendwann zahlt sich das aus: Sein Song „Robinson Crusoe“ landet in einer namhaften Spotify-Playlist und tausende von neuen Hörer:innen stolpern über die Musik von Jules Ahoi. Das Projekt nimmt an Fahrt auf, Jules kann seine erste Tour spielen und verlegt irgendwann seinen Lebensmittelpunkt zurück nach Deutschland, um sich ganz der Musikkarriere zu widmen. In Köln findet er auch ohne Meer in Sichtweite eine neue Heimat im Kreis seiner Bandkolleg:innen und setzt hier alles auf die Musik.

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Reduktion auf das Wesentliche

Mit „Melancholic Dreamwave“ hat Jules Ahoi kürzlich sein neues Album veröffentlicht, geformt wie bei so vielen durch die Tage der Isolation in den letzten Jahren. Die Platte ist ein Wink an die Anfänge und beschränkt sich an vielen Stellen auf das absolut Wesentliche, das Jules’ Musik ausmacht: Seine Stimme und seine Gitarre. Dazu kommen als wiederkehrendes Elemente originale Drum Machines aus den 70ern, deren analoger, dumpfer Sound beinahe in jedem der zehn Songs zu finden ist. „Melancholic Dreamwave“ ist gekonnter Singer-Songwriter-Minimalismus, durchzogen von dieser gewissen Nachdenklichkeit und Melancholie, die sich schon im Titel des Projekts abzeichnet.

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Über seinen Hang zu solchen Gefühlen erzählt Jules Ahoi in unserem Portrait, für das wir den Musiker für eine Kayak-Fahrt auf der Spree treffen. Es geht um seinen bisherigen Werdegang, die Zeit in Frankreich und seinen heutigen Bezug zum Meer. Außerdem spricht Jules über den Entstehungsprozess von „Melancholic Dreamwaves“ und die Entscheidung, möglichst analog zu arbeiten.

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