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Titelstory: Mavi Phoenix im Interview mit Daniela: Debütalbum „Boys Toys“ und Outing als Transgender

Posted in: Titelstory
Tagged: Mavi Phoenix

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„Es war eine komische Zeit“ sagt Mavi Phoenix über das Frühjahr 2019. Damals zu Gast in unserer Talkshow „4 Wegen Rap“, steht das Outing als Transgender noch bevor. Zum Thema des Interviews wird unter anderem Mavis Outing als homosexuell. Einer der letzten Sätze, der während des Interviews fällt, oder eher im fast zeitgleichen Applaus untergeht, ist „vielleicht kommen bald ja noch ein paar mehr Outings“. Nur wenige Monate später sollte dieser Satz, der damals unkommentiert geblieben ist, Kontext bekommen. Mavi veröffentlicht im Juli 2019 den Song „Bullet in my Heart“ mitsamt Video. In einem der letzten Frames im Video heißt es „I’m on a journey, finding out who I am and who I want to be. It’s a process and for now any gender pronouns are okay with me“. Wenn Mavi heute an diesen Moment zurückdenkt, dann erklärt er sein schrittweise erfolgendes Outing hauptsächlich mit Angst. „Und da gings auch gar nicht um die Öffentlichkeit, oder um andere Leute, da gings in erster Linie um mich. Einfach um mein eigenes Gefühl, dass ich nicht bereit war mich festzulegen.“Das Gefühl, das sich immer mehr in Mavi breit gemacht hat beschreibt er am besten mit dem Satz „Ich möchte ja nicht trans sein, ich bin es ja einfach.“

Mavi Phoenix – bullet in my heart

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Im Januar 2020 aber, wird es mit den Worten „I go be he/him now“ unter einem Posting auf Instagram definitiv. In dieser Zeit entsteht auch das Debütalbum „Boys Toys“, das sich mit der Gesamtheit aus Fragen und privatesten Gedanken, die den Künstler in der Schaffens- und Outing-Phase umtreiben, auseinandersetzt. So machen Zeilen wie „One week since I dropped bullet and my daddy didn’t say a thing that’s the spirit“ oder „my selfesteem increased when my parents ghosted me, haha dear family why won’t you talk to me?“ zumindest im Ansatz nachvollziehbar, dass ein Outing vor allem im familiären Kontext auch nicht immer leicht zur verdauen ist. Irgendwo zwischen Toxic Masculinity, der Auseinandersetzung mit zukünftiger Familiengründung und „Ich bin nicht mehr euer braves Mädchen“-Flex verarbeitet „Boys Toys“ diverse Ebenen eines solchen Outings, zeigt Mavi aus musikalischer Perspektive aber auch so facettenreich wie nie zuvor oder wie Mavi die vergangenen sechs Jahre bis zum Debüt selbst erklären würde: „Es hat sich zum ersten Mal so angefühlt, ey jetzt macht es Sinn ein Album zu machen.“

„Boys Toys“-Tour

02.11.20 Stuttgart, Im Wizemann (Zusatzshow) 03.11.20 Stuttgart, Im Wizemann 04.11.20 Köln, Luxor 05.11.20 Bremen, Lagerhaus 06.11.20 Bielefeld, Movie 08.11.20 Hannover, Faust 09.11.20 Leipzig, Naumanns 14.11.20 Wien, Arena (AT) 26.11.20 Graz, PPC (AT) 27.11.20 Ebensee, Kino Ebensee (AT) 01.12.20 München, Ampere 02.12.20 Salzburg, Rockhouse (AT) 03.12.20 Insbruck, Treibhaus (AT) 09.12.20 Berlin, Lido 10.12.20 Hamburg, Übel und Gefährlich 11.12.20 Frankfurt, Zoom

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