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Trettmann im Interview mit Alex Barbian: „Kitschkrieg und ich gehen im Guten auseinander“

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Tagged: Trettmann

Über das neue Album von Trettmann haben wir schon öfter geschrieben auf dieser Website, und es dürfte schon jetzt allen klar sein, dass es ein Highlight im Popjahr 2023 sein wird. „Insomnia“ wird am 17. März erscheinen und nicht weniger als das Ende einer Ära sein. Nämlich: das Ende der Trettmann-Kitschkrieg-Ära. Die ersten Songs „6 Nullen“ und „Insomnia“ zeigten schon recht deutlich die Stoßrichtung: Beide sind sehr melancholische, introspektive Stücke, in denen Trettmann erzählt, dass sein Höhenflug Spuren im Privaten hinterlassen hat und nicht immer ein Zuckerschlecken war: „Die neue Platte erzählt, wo das hingeführt hat alles in allem.“

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Alex Barbian und Trettmann im vertraulichen Talk

Für unser Interview haben wir einen geschätzten Kollegen und Trettmann-Vertrauten an Bord geholt: Alex Barbian, der neben seinen Moderatoren- und Musikjournalisten-Jobs auch den Podcast „Sinus“ betreibt, den wir ziemlich gut finden. Trettmann erzählt Alex dabei viele persönliche Dinge. Zum Beispiel, dass in den letzten Jahren die Beziehung zu der Frau seines Kindes zerbrach. „All die materiellen Dinge waren ein schlechtes Omen für die Beziehung. Es ist einfach so: Wenn man da draußen unterwegs ist auf Tour, merkt man schnell, dass man als Paar in zwei völlig verschiedenen Welten lebt. Man hat sich vorgenommen, das zu schaffen. Ich auf Tour, die Partnerin mit einem Baby zuhause. Aber dann wird die Distanz immer größer und man verlernt es, gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten.“

Das Ende der Zusammenarbeit mit Kitschkrieg

Natürlich geht es auch um das Ende der Arbeitsbeziehung mit Kitschkrieg, die auch ein Grund war, warum damals der Release-Tag verschoben wurde. „Es hat sich bei der Arbeit an dem Album angekündigt, dass wir danach aufhören werden, zusammenzuarbeiten. Im Endeffekt wollten wir gemeinsam – wenn es jetzt auseinandergeht – ein sehr gutes Album liefern. Ich finde, dass sind wir den Fans und Supportern schuldig. Letztendlich ist dadurch der Anspruch noch einmal massiv gestiegen, deshalb hat es länger gedauert.“

„Die Geschichte ist auserzählt und das ist ja auch nichts Schlimmes.“

Zum Grund der Trennung sagt Trettmann: „Wir hatten uns schon immer gesagt, wir wollen uns immer erneuern. Wir wollen nicht altbacken daherkommen oder uns wiederholen. Und bevor es in Banalität abrutscht, hören wir lieber auf und aus irgendeinem Grund ist es jetzt so weit gekommen.“ Da lacht er kurz und sagt noch: „Wir glauben einfach nicht, dass wir es noch mal schaffen uns nach diesem Album zusammen neu zu erfinden und wir sticken zu dem, was wir gesagt haben. Die Geschichte ist auserzählt und das ist ja auch nicht Schlimmes.“ Ganz leicht sei es aber auch nicht gewesen: „Es war nicht leicht. Es spült halt Emotionen hoch und nicht jeder ist d’accord gegangen, mit dem was der andere wollte. Es war schwierig, aber wir sprechen miteinander, wir können uns in die Augen sehen und gehen im Guten auseinander.“

Tracklist von „Insomnia“

Ab Minute 23 im Interview sprechen Alex und Trettmann übrigens „Track by Track“ über alle Songs und Features auf „Insomnia“.

  1. 6 Nullen
  2. Kalte Welt (feat. Henning May)
  3. Insomnia
  4. Timeline (feat. Lena)
  5. Gekreuzte Finger (feat. Paula Hartmann)
  6. Für dich da (feat. Levin Liam)
  7. Blue Sky
  8. Stefan Richter (feat. Herbert Grönemeyer)
  9. Im Loop (feat. Bilderbuch)
  10. Tauchen (feat. Nina Chuba)

Trettmann – Live 2023 – präsentiert von DIFFUS

24.03.23 Berlin, Verti Music Hall
25.03.23 Leipzig, Haus Auensee
27.03.23 München, Tonhalle
28.03.23 Köln, Palladium
29.03.23 Hamburg, Edel-optics Arena

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