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What’s Poppin? Justin Bieber fühlt sich komisch und Young Thug vor Gericht

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Jack Harlow – „Come Home The Kids Miss You“ (Album)

Jack Harlow ist quasi die Personifikation eines gut gesetzten, flirty Augenzwinkerns – vielleicht ein bisschen cringe, ein bisschen cheesy, aber so charmant, dass man sich verliebt hat, bevor man die Nase rümpfen kann. Diesen Balanceakt vollbringt der Rapper aus Kentucky auch auf Album Nr. 2 mit Bravur. „Come Home The Kids Miss You“ zeigt keinen Senkrechtstarter, der noch Grün hinter den Ohren ist, sondern einen, der sich seit seinem Durchburch mit „What’s Poppin“ (erinnert euch das nicht irgendwie auch an eine kultig-coole Rap-Kolumne??) längst in der Szene etabliert hat.

Das zeigt auch die Liste an Feature-Gästen, mit denen sich Jack Harlow mit Sicherheit den ein oder anderen Traum erfüllt hat: Mit Pharrell Williams, Drake, Justin Timberlake und Lil Wayne sind quasi ausschließlich Ikonen der modernen Musikgeschichte mit von der Partie. Aber auch auf den Songs ohne Hochkaräter an seiner Seite überzeugt Jack Harlow mit selbstbewusster Attitüde und bedachter Beat-Auswahl. Der virale Erfolg von „What’s Poppin“ oder kürzlich auch „First Class“ war kein Zufall – von diesem Typ werden wir in nächster Zeit noch einiges hören.

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Young Thug, Gunna und Co. vor Gericht

Eine News, die in den letzten Tagen wie ein Wildfeuer durch das Internet ging, war die von der  großen Festnahme rund um Young Thug und Gunna. Die beiden Rapper sowie zahlreiche andere Personen, die Thuggers Label YSL nahestehen, wurden am Wochenende in Gewahrsam genommen und müssen sich nun vor Gericht verantworten.

Vor allem Young Thug soll mehrfach gegen den berüchtigten RICO-Act verstoßen haben, der sich mit Straßenkriminalität und Gang-Aktivitäten auseinandersetzt. So wird YSL von der Staatsanwaltschaft als „kriminelle Gang“ mit Verbindung zu den Bloods eingestuft, außerdem soll Young Thug mit einem versuchten und einem tatsächlich durchgeführten Mord zu tun haben. Als Beweismittel werden in diesem Fall übrigens auch Tweets und Lyrics gegen die beiden Rapper verwendet, eine Beweisführung, die immer wieder kontrovers diskutiert wurde.

Young Thugs Anwalt halt bereits jegliche Anschuldigungen abgewiesen, trotzdem bleibt nun erstmal abzuwarten, wie es hier weitergeht. So oder so ist klar: Hier geht es nicht um eine banale Straßenkontrolle, bei der ein paar grüne Krümel gefunden wurden, sondern potenziell um lebenslänglich.

Justin Bieber – „Honest“ / „I Feel Funny“

Justin Bieber hat bei „What’s Poppin?“ In erster Linie nichts verloren. Dass dem Musiker die Hip-Hop-Welt allerdings auch nicht so ganz fremd ist, dürfte uns alles klar sein, schließlich hat er seit den Anfangstagen seiner Karriere immer wieder mit befreundeten Rapper:innen zusammengearbeitet. Nun tastet sich Bieber ein weiteres Mal in den Rap-Kosmos vor und kollaboriert mit Lyrical Lemondade.

Gemeinsam mit Regisseur Cole Benett entstanden vor kurzem gleich zwei Musikvideos – oder vielleicht eher eineinhalb? Denn bevor Justin seine neue Single „Honest“ mit RnB-Trapstar Don Toliver inklusive hochwertigen Visuals veröffentlicht hat, kam erstmal „I Feel Funny“. Hier sind Song und Video eher spontan entstanden und mehr Meme als Musik, trotzdem – oder gerade deswegen – ging „I Feel Funny“ natürlich direkt viral. Cole Benett filmt Justin während den Dreharbeiten für das „richtige“ Video, während dieser trappiger denn je Lines wie folgende vom Stapel lässt: „You entice me / What’s your sign? / I’m a pisces“. Das klingt dann schon beinahe Zack Fox-inspiriert und ist auf jeden Fall einen Schmunzler wert – und mehr soll es ja auch gar nicht sein. 

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M24 – „John Wick“

Ich hatte eigentlich schon längst das Gefühl, dass die große Drill-Welle langsam versiegt und Platz für den nächsten großen Hype macht. Aber, siehe da: Fehlanzeige. Vor einigen Monaten ging der britische Rapper mit seinem Song „To The Moon“ viral auf TikTok und multiplizierte seinen Hype in Folge geschickt mit einem Gunna-Remix. Nun folgte der offizielle „Drill-Remix“, auf den sich der Londoner das aktuelle Who’s Who der Szene holte: Fivio Foreign, G Herbo, Russ Millions und M24 sind mit dabei.

Letzter hat vor wenigen Tagen außerdem einen neuen Solo-Track mit dem Titel „John Wick“ veröffentlicht. Dieser knüpft auf bizarre Art und Weise erstaunlich gut an unsere vorangegangene News zu Young Thug an. Denn im Intro zum Song stellt M24 schonmal ein paar Fakten klar, um nicht am Ende wie die Kollegen von YSL vor Gericht belastet zu werden: „Let me just get this straight yeah, this is for the record. I’m not involved in any gang activity or illegal behaviour. I also don’t own, I have no typa access to no type of illegal firearms, you get it?“. Wie ernst oder nicht ernst man diese Ansage nehmen sollte, bleibt jedem selbst überlassen, denn was danach folgt ist ein drill-übliches Feuerwerk an eiskalten Flows und Aufnahmen von Schusswaffen jeglicher Art. 

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Knucks feat. Stormzy – „Die Hard“

Wo wir gerade eh schon im britischen Inselkönigreich sind: Neues gibt es hier auch von Knucks. Ihn und seinen Saxofon-getragenen „Conscious Drill“ verfolge ich sowieso schon länger, umso mehr hat es mich gefreut, als vor ein paar Tagen auf meiner Youtube-Startseite ein Feature mit keinem geringeren als Stormzy aufgetaucht ist. Damit treffen gewisser Maßen zwei Generationen von britischem Rap auf einem Laid-Back-Instrumental zusammen, mit einer Kernaussage, die ich beiden sofort abnehme: „I ain’t tryna die hard, I’m tryna die great„.

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Kendrick Lamar – „The Heart Part 5“

Kendrick-Fans wissen: Immer wenn  der Rapper einen Part seiner Reihe „The Heart“ veröffentlicht, ist ein neues Album nicht weit. Zuletzt ging „The Heart Part 4“ seinem Album „DAMN.“ voraus, nun veröffentlicht Kendrick überraschend den fünften Teil und das nur weniger als eine Woche vor der Veröffentlichung von seinem lange ersehnten neuen Album „Mr. Morale & The Big Steppers“.

Der neue Song kommt mit einem aufwändigen Musikvideo, das auf den ersten Blick recht simpel anmutet. Der eigentliche Twist passiert erst im Schnitt: Dank Deepfake-Technologie morpht Kendricks Gesicht im Lauf des Videos und nimmt – erschreckend realistisch – die Züge von bekannten Persönlichkeiten wie Kanye West, Will Smith oder Nipsey Hussle an.

Was den eigentlichen Song angeht, ist der Rapper aus Compton ganz zurück in alter Höchstform und feuert eine lyrische Flow-Salve nach der anderen ab. Zentrales Thema ist die grausame Kultur der Straßen und Hoods, die Kendrick Zeile für Zeile entlarvt. Begleitet wird er von einem lebendigen, quirligen Instrumental mit Funk- und Soul-Einfluss, das beinahe über Kendricks finstere Wortmalerei hinweg täuscht. 

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