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What’s Poppin – Kevin Abstract kann’s auch solo

Posted in: What's Poppin?

Schluss mit Rap

Ja, das Ende von Brockhampton war ein sehr unschöner, dramatischer Prozess. Und nein, das hindert mich nicht daran der coolsten Boyband der USA nachzutrauern. Und erst recht nicht daran, gespannt darauf zu sein, was die einzelnen Mitglieder des Hip-Hop-Kollektivs treiben, nachdem sie im letzten Jahr das endgültige Aus verkündet haben. Bisher sieht es ehrlich gesagt ein bisschen Mau aus – nur Merlyn Wood hat eine EP und eine Handvoll Singles veröffentlicht. Damit ist er jetzt nicht mehr alleine, denn allen Anschein nach geht es nun auch bei Kevin Abstract, dem gefühlten Frontmann der Band, weiter.

Schon am 03. November will er sein neues Solo-Album „Blanket“ veröffentlichen und hat daraus bereits zwei Singles ausgekoppelt, die wenig mit dem alternativen Hip-Hop von Brockhampton zu tun haben. Der Titelsong ist eine brachiale Grunge-Interlude mit wenig Text und viel Gitarren, jetzt erschien der nächste Song „What Should I Do“. Hier erinnert Kevin Abstract ein wenig an Teezo Touchdown, Jean Dawson oder Steve Lacy, also Künstler, die, wie er, gekonnt die Grenzen zwischen Indie, Pop und Rap verwischen. So verschieden beide Songs auch sind, so kurios und interessant finde ich sie – genau der unvorhersehbare, geile Scheiß, den ich von einem kreativen Freigeist seines Kalibers erwarte.

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Von Barbz und Dogs

So langsam hat sich der Staub um „For All The Dogs“ von Drake gelegt: Jede:r hat sich eine Meinung gebildet, ob sie denn nun negativ oder positiv ausfällt, jede petty Punchline wurde entdeckt und die Credits durchforstet. Jetzt holt Nicki Minaj das Album aber nochmal hoch und zwar um Welle für ihr eigenes kommendes Projekt zu machen: „Pink Friday 2“. Das Album soll am 17. November erscheinen und wird das erste längere Projekt sein, das die Rapperin seit 2018 veröffentlicht hat. Zuletzt hatte Nicki ja gemeinsam mit Ice Spice dem Song „Barbie Girl“ einen New York Drill-Anstrich verpasst und diesmal nimmt sie sich „All The Parties“ von Drake und Chief Keef vor. Deren Parts ergänzt sie um eine souverän gerappte neue Strophe, so richtig hat mich der Song aber schon auf „For All The Dogs“ nicht abgeholt und daran ändert auch der Nicki-Remix leider nichts.

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Ziemlich geil, innit?

Nachdem ich vor knapp zwei Jahren ein Phase hatte, ich der ich fast ausschließlich UK Drill gehört habe, bin ich ein bisschen abgestumpft und übersättigt, was Rap aus dem Vereinigten Königreich angeht. So richtig geflashed werde ich inzwischen selten, trotzdem ist der Newcomer Br3nya genau das gelungen. Die Rapperin und Sängerin kommt aus dem Westen von London, hat Roots in Ghana und bringt diesen Hintergrund mit in die Musik, die sie seit 2018 veröffentlicht.

Auf ihrem neuen Album „Innit Innit Girl“ kommen rhythmische Afrobeats, Alté und Amapiano mit selbstbewusstem Rap und gefühlvollem R&B zusammen. Ich war zwar noch nie in Afrika, aber die Einflüsse, die Br3nya von dort mitnimmt, kommen mir sehr authentisch vor, vor allem was die Auswahl der einzelnen Sounds angeht und ich mag den bunten, sympathischen Style, den Br3nya fährt. Als Einstiegsempfehlung gebe ich euch hier „Outside“ mit an die Hand – ein Song, der mit seinen funky Synthies und E-Pianos automatisch meine herbstliche Griesgrämigkeit aufhellt.

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Neue Collab-Alben von 2 Chainz und Lil Wayne…

Vor ein paar Wochen hatte ich ziemlich aus dem nichts einen Gedankenblitz: Was macht eigentlich 2 Chainz? In den 2010ern hat der Hühne mit den Dreads noch meine Trap-Sozialisation geprägt, aber seit ein paar Jahren hört man immer weniger vom selbsternannten Tity Boi. Prompt hat das Universum auf meine Frage geantwortet und zwar mit einer fetten Schlagzeile: 2 Chainz und Lil Wayne haben vor wenigen Tagen ihr gemeinsames Album „Welcome 2 Collegrove“ angekündigt. Der Name ist eine Mischung aus den beiden Heimatorten von 2 Chainz (College Park) und Lil Wayne (Hollygrove) und  knüpft an ihr erstes Kollabo-Projekt „Collegrove“ an.

Eine erste Single von den beiden langjährigen Kollegen und Freunden gibt es auch schon: „Presha“. Der wuchtige 808-Beat mit gepfiffener Melodie klingt für mich irgendwie ein bisschen gimmicky und abgehängt, trotzdem kommt irgendwie Nostalgie auf, wenn 2 Chainz wie ein Fels in der Brandung seinen typischen Flow durchzieht und Lil Wayne im Zick-Zack um sein Leben spittet. Eine kontrastreiche Kombi, die damals wie heute funktioniert – auch wenn das Spotlight seither weitergewandert ist. 

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…und von Meek Mill und Rick Ross

„Welcome 2 Collegrove“ ist nicht das einzige hochkarätige Collab-Album, das uns bald erwartet. Rick Ross und Meek Mill haben für den November ihr gemeinsames Projekt „Too Good To Be True“ angekündigt. Ich musste selbst nochmal nachschauen, aber tatsächlich wird das ihre erste Zusammenarbeit auf Albumlänge sein, obwohl beide schon seit Jahrzehnten gemeinsame Sache machen, schließlich ist Meek Mill auch bei Rick Ross’ Maybach Music unter Vertrag. Bisher macht  das kommende Projekt seinem Namen alle Ehre, zumindest wenn man „Kobe & Shaq“ und der neuen Single „Lyrical Eazy“ Glauben schenkt.

Die beiden Rap-Größen wirken hier hungrig, als würden sie sich gegenseitig zur maximalen Performance anspornen. Die Beat-Auswahl wirkt bisher etwas zeitgenössischer oder vielleicht auch einfach zeitloser als bei Weezy und 2 Chainz und könnte sowohl Old-School-Heads als auch Trap-Fans abholen. Wenn dann zum Schluss noch das klassische „M-M-Maybach Music“-Tag erklingt, ist es um mich geschehen und ich schmelze in einer Pfütze der Nostalgie dahin.

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Globaler Pop-Rap von The Kid Laroi, Central Cee und Jungkook

Zum Schluss noch eine ziemlich konstruierte Collab: The Kid Laroi, BTS-Member Jungkook und Central Cee haben sich für den Song „Too Much“ zusammengetan. In welchem Major-Meeting das herbei fantasiert wurde, möchte man wahrscheinlich gar nicht wissen, trotzdem ist dabei ein erstaunlich stimmiger Song herausgekommen. Alle drei Artists glänzen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich: Jungkook übernimmt mit seiner Engelsstimme die Hook, Central Cee ist der gefährliche Rapper mit Kapuzenjacke und The Kid Laroi rap-singt irgendwo dazwischen. Für das Musikvideo hat man sogar alle drei an ein Set bekommen – was bei den jeweiligen prall gefüllten Kalendern an ein Wunder glänzt, aber schon jetzt mit 10 Millionen Aufrufen belohnt wurde.

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