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What’s Poppin‘? – Young Dolph erschossen, Neues von Earl Sweatshirt, Rico Nasty x Boys Noize

Posted in: Listen

Das US-Rap-Geschehen wurde diese Woche leider von einer bestürzenden Meldung überschattet: Young Dolph wurde am Mittwoch in seiner Heimatstadt Memphis erschossen. Der Rapper war nach Aussagen der lokalen Behörden in einem Geschäft zum Kekse kaufen, als aus einem Auto vor dem Laden auf ihn geschossen wurde. Bisher gibt es noch keine Verdächtigen für die Tat. 

Der Verlust von Young Dolph schneidet tief in die US-Hip Hop-Szene, denn der 36-jährige war nicht nur ein angesehener Rapper, sondern nicht zuletzt auch Chef seines eigenen Independent-Labels, Paper Route Empire. Mit diesem Label hatte er in den vergangenen Jahren einen maßgeblichen Anteil am Erfolg seines Protegées Key Glock, der wie Young Dolph aus Memphis stammt. 

In Gedanken an Young Dolph empfehlen wir euch ein kleines Throwback: „Rain Rain“, eine der letzten Zusammenarbeiten zwischen Young Dolph und Key Glock.

Young Dolph & Key Glock – Rain Rain

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Rico Nasty feat. Flo Milli – Money

Ende September hat der deutsche Technoproduzent und -DJ Boys Noize sein neues Album „+/-„ veröffentlicht. Was das mit US-Rap zu tun hat? Einiges, denn gleich auf dem dritten Track ist Screamo-Rap-Sensation Rico Nasty gefeatured. Jetzt wird der Spieß umgedreht. Rico Nasty veröffentlicht ein Musikvideo zur Single „Money“, mit Feature von Kollegin Flo Milli und fetter Produktion von Boys Noize. Er packt die beiden Rapperinnen in ein buntes Genre-Gemisch: Breakdance-tauglicher Throwback-Elektro trifft auf Trap-Ansätze und krachende E-Gitarren. Der Track schlägt genau da ein wo er soll, ein mal mehr mit dem catchy Call-and-answer-Part in der Hook. Für die entsprechende Stimmung zum optimalen Turn Up sorgen Rico Nasty und Flo Milli im Video. Hat mal jemand mitgezählt, wie viele verrückte Outfits die beiden da durchspielen??

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Earl Sweatshirt – 2010

Eines der unbestrittenen Highlights dieser Woche war mit Sicherheit der überraschende Output von Earl Sweatshirt. Schließlich hat der Rapper, seit sich das Odd Future-Kollektiv aufgelöst hat, einen sensationellen Werdegang als Solo-Künstler hingelegt. Mit seinem letzten richtigen Album, dem 2018 erschienen „Some Rap Songs“, hat Earl seinen Sound neu erfunden und den Grundstein für folgenden Jahre gelegt: Knisternde, abstrakte Lo-Fi-Beats, störrische Samples, die scheinbar unbeachtet vor sich hin loopen. Und mittendrin Earl Sweatshirt, versunken inmitten seiner eigenen Texte. Mit der folgenden EP hat Earl Sweatshirt dann einmal mehr verdeutlicht, in welchen experimentellen Gefilden er sich jetzt bewegt.

Umso überraschender kommt also Earls neuer Song „2010“ daher: Ein moderner Beat und darauf Earls Stimme, so klar und präzise geflowt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr gehört haben. Beinahe erinnert seine Performance an die Anfänge, an „Doris“, aber hier klingt Earl um Jahrhunderte gereift. Und auch der Beat liefert einen spannenden Kompromiss aus seinem frühen Schaffen und den Entwicklungen der letzten Jahre. Psychedelische Synthesizer-Klänge bouncen rastlos von A nach B und beleben den schleppenden Beat. Ladies and Gentlemen, aufgepasst: Wir könnten hier gerade am Anfang einer neuen Etappe in Earl Sweatshirts Karriere stehen.

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Rod Wave – By Your Side

Newcomer Rod Wave hat in den vergangenen beiden Jahren einen Senkrecht-Start hingelegt. Ein Umstand, der von seinen Millionen von Youtube-Klicks und seiner Platzierung in der XXL Freshman Class 2020 nur noch zusätzlich gefestigt wird. Von seiner Konkurrenz hebt sich Rod Wave durch eine ganz banale Sache ab: Ja, natürlich nutzt er auch Autotune – wer macht das 2021 denn nicht? Aber auch ohne diesen kleinen Helfer kann Rod Wave tatsächlich richtig gut singen. Das baut er geschickt in seine Songs ein: Mit voller Inbrunst liefert Rod einen ständigen Mix aus Sing-Sang-Rap und gefühlvollen Hooks.

Dieses Rezept geht auch auf seiner neuen Nummer auf. „By Your Side“ hat einen nostalgischen Klavier-Beat, der genau in Rod Waves Portfolio passt. Das Instrumental ist erstaunlich dicht gepackt mit schnellen und abwechslungsreichen Flows, die Hook nimmt dann allerdings das Tempo ein bisschen zurück. Falls ihr euch übrigens fragt, warum euch dieser Refrain so bekannt vorkommt: Den gibt es schon! Text und Melodie sind an „Hey There Delilah“ von den Plain White T’s angelehnt – ein Crossover, dass erstaunlich gut aufgeht.

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Freddie Gibbs feat. Jadakiss – Black Illuminati

Was reimt sich auf Freddie Gibbs? Jadakiss! Beide sind absolute Rap-Veteranen und haben sich am Freitag für den gemeinsamen Song „Black Illuminati“ zusammen getan. Die Single stammt von Freddie Gibbs kommendem fünften Album „Soul Sold Seperately“, nachdem wir in den vergangenen Monaten bereits mit „Big Boss Rabbit“, „4 Thangs“, „Gang Signs“ und „Acetone“ einen Vorgeschmack auf das Projekt bekommen haben. Nachdem Gibbs für diese vorhergehenden Songs mit Größen wie Big Sean & Hitboy, Schoolboy Q und Benny The Butcher zusammengearbeitet hat, ist nun Jadakiss an der Reihe.

Auf einem kühlen Beat mit vagen Sample-Fetzen beweist Freddie Gibbs wie gewohnt, dass seine komplexen Flows im Rap-Game so gut wie unerreicht sind. Jadakiss dagegen überzeugt mit anderen Qualitäten. Erst kürzlich hat Kanye West in einem Interview beim Podcast-Format „Drink Champs“ davon gesprochen, dass Jadakiss „THE voice“ hat. Was Kanye damit meint, zeigt Jadakiss auf „Black Illuminati“. Im Beifahrersitz neben Freddie Gibbs droppt Jadakiss authentische Bars von der Straße, mit dieser rauen Stimme, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

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Kanye West – Donda (Deluxe)

Wo wir gerade schon beim Thema Kanye West waren: In oben erwähntem Interview hat der Rapper sich außerdem zu einer Deluxe-Version zu seinem neuesten Album „Donda“ geäußert. Wenige Tage später und ohne weitere Ankündigung war das Ding dann auf einmal da und ganz Kanye-untypisch ohne weitere Verzögerungen auf den Streaming-Plattformen zu hören. Neu an „Donda (Deluxe)“ sind fünf Songs, wovon zwei Variationen zu bereits bestehenden Tracks sind. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem „Life Of The Party“ mit Feature-Gast André 3000, der ins intime Zwiegespräch mit „Miss Donda“ geht. Wenn ihr mehr dazu wissen wollt und vor allem was Drake damit zu tun hat, checkt doch unseren Beitrag zu diesem Thema.

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